Öffnungszeiten am Sonntag: Fratzscher für begrenzte Freigabe

Öffnungszeiten am Sonntag: Fratzscher für begrenzte Freigabe
Handelsverbände wollen, dass Geschäfte häufiger sonntags öffnen. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) spricht sich dafür aus.

Düsseldorf, Berlin (epd). Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich für eine flexiblere Gestaltung der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausgesprochen. Er halte eine begrenzte Freigabe der Sonntagsöffnungszeiten für richtig, „weil sie den stationären Einzelhandel im Wettbewerb mit digitalen Angeboten stärkt und Innenstädte beleben kann“, sagte Fratzscher der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Gerade kleinere Geschäfte bräuchten mehr Flexibilität, um im Wettbewerb mit Online-Plattformen bestehen zu können.

Fratzscher: Sonntagsarbeit fair bezahlen und klar regeln

Fratzscher betonte, Sonntagsöffnungen könnten auch die soziale Teilhabe stärken, „weil Innenstädte wieder stärker zu Orten der Begegnung und des öffentlichen Lebens werden.“ Zugleich dürften Sonntagsöffnungen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen. „Wichtig ist dabei, dass Beschäftigte geschützt bleiben: Sonntagsarbeit muss fair bezahlt und klar geregelt sein“, betonte er.

Zuvor hatte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, in der „Bild“-Zeitung mehr Möglichkeiten zur Öffnung an Sonntagen gefordert. Die schwarz-rote Bundesregierung will Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken längere Öffnungszeiten an Sonntagen ermöglichen. Pläne für andere Branchen gibt es derzeit aber nicht.