Wiesbaden (epd). Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, wurden im Jahr 2025 bundesweit 3 517 Kinder adoptiert. Das waren 4 Prozent oder 145 weniger Kinder als im Vorjahr. Damit setzte sich der langfristige Rückgang der Adoptionen in Deutschland fort.
Über ein Viertel (27 Prozent) der adoptierten Kinder 2025 war zum Zeitpunkt der Adoption noch im Säuglingsalter von unter einem Jahr, weitere 31 Prozent waren ein oder zwei Jahre alt, wie es weiter hieß. Im Schnitt betrug das Alter bei der Adoption 5,1 Jahre. Die meisten Kinder wuchsen vor der Adoption bei einem Paar aus leiblichem Elternteil und Stiefelternteil auf (74 Prozent). 10 Prozent wurden aus einem Krankenhaus oder einem Mutter-Kind-Heim und 8 Prozent aus einer Pflegefamilie heraus adoptiert.
Nur 56 Kinder aus dem Ausland adoptiert
In 3 Prozent der Fälle ging der Adoption eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe und in 2 Prozent eine Heimerziehung voraus. Dabei wurden 2025 nur noch 1,6 Prozent oder 56 Kinder aus dem Ausland angenommen - und zwar am häufigsten aus Thailand, Südafrika, Burkina Faso und Sri Lanka.
Insgesamt 45 Prozent der adoptierten Kinder wurden 2025 von ihren Stiefmüttern und 30 Prozent von ihren Stiefvätern angenommen. Dabei hielt insbesondere der Trend zu Stiefkindadoptionen bei gleichgeschlechtlichen Frauenpaaren an, wie die Statistiker erläuterten. Knapp jedes vierte Kind (23 Prozent) wurde gemeinsam von einem Paar adoptiert.
Eine Erklärung für die sinkenden Fallzahlen ist laut den Statistikern der anhaltende Rückgang der „klassischen Fremdadoptionen“ - also der Adoptionen durch Personen, die weder Stiefeltern noch Verwandte des Kindes sind: Diese haben 2025 mit 819 Fällen einen neuen Tiefststand erreicht. Mögliche Gründe für die Entwicklung sind den Angaben zufolge der Wandel der Familienformen, der Ausbau staatlicher Hilfen für Familien, strengere Regelungen zum Kinderschutz und Fortschritte in der Reproduktionsmedizin.




