Bogotá, Lima (epd). In Peru steht die rechtsgerichtete Bewerberin um die Präsidentschaft des südamerikanischen Landes, Keiko Fujimori, offenbar vor dem Wahlsieg im vierten Anlauf. Am Freitagabend (Ortszeit) wies der Nationale Wahlrat Einwände ihres Kontrahenten Roberto Sánchez zurück, wie der Fernsehsender „RPP“ meldete. Der linksgerichtete Kandidat hatte zuvor einen zweistündigen Protestmarsch durch die Innenstadt Limas angeführt.
Der Wahlrat wies Sánchez’ Antrag zurück, die Ergebnisse von Wahllokalen in der peruanischen Hauptstadt und in den USA zu annullieren. „Alle Stimmen der Peruaner sind gleich viel wert“, rief der Linkspolitiker vom Balkon seines Parteibüros aus. Er kündigte neue Demonstrationen an, um Transparenz und eine vollständige Neuauszählung der Stimmen der Präsidentschaftswahl einzufordern. Auch Fujimori hatte ihre Anhänger dazu aufgerufen, „jede Stimme zu verteidigen“.
Knapper Vorsprung für Fujimori
Nach Auszählung von 99,6 Prozent der Stimmen liegt Keiko Fujimori knapp vorne. Bei der Stichwahl am 7. Juni kamen beide Kandidaten auf jeweils gut neun Millionen Stimmen. In den zurückliegenden Tagen baute Fujimori ihren Vorsprung auf gut 40.000 Stimmen oder 0,22 Prozent aus. 2021 war sie mit 0,25 Prozent Stimmunterschied unterlegen, 2016 mit 0,24 Prozent.
Keiko Fujimori ist die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori. Sie wird von der US-Regierung unterstützt und will mit harter Hand gegen Kriminalität vorgehen. Irregulär im Land lebende Migranten sollen ausgewiesen werden.
Peru ist von politischer Instabilität und Polarisierung geprägt. Immer wieder wird das Staatsoberhaupt vom Parlament abgesetzt, in den zurückliegenden zehn Jahren waren acht Präsidenten im Amt. Mit dem amtlichen Endergebnis wird im Juli gerechnet.




