Nairobi, Kampala (epd). Nach seiner Verschleppung durch das Militär ist in Uganda ein Menschenrechtsanwalt wegen Mitwissen eines angeblichen Hochverrats angeklagt worden. Die Anklage gegen Erias Lukwago wurde am Mittwoch verlesen, wie der Sender NTV Uganda berichtete. Der Jurist verteidigt den wegen angeblichen Hochverrats angeklagten Oppositionellen Kizza Besigye. Er wurde in das gleiche Hochsicherheitsgefängnis in der Hauptstadt Kampala gebracht, in dem auch Besigye seit November 2024 festgehalten wird.
Lukwago war am Montag auf Befehl von Militärchef und Präsidentensohn Muhoozi Kainerugaba aus seinem Haus entführt und an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Davor hatte der Militärchef Lukwago, der bis Januar für die Opposition Bürgermeister Kampalas war, mehrfach gedroht. Die Partei des Juristen, PFF, erklärte, Lukwago sei nach seiner Verschleppung gefoltert worden. Der Oppositionsführer im Parlament beantragte eine Sondersitzung zur Eskalation von Menschenrechtsverletzungen, berichtete die Zeitung „Monitor“ am Donnerstag.
Gezielte Verfolgung von Oppositionellen
Lukwago hatte kürzlich im Namen des Oppositionspolitikers Besigye eine Klage gegen Militärchef Kainerugaba eingereicht, wegen diffamierender Posts auf der Plattform „X“. Kainerugaba ist Sohn von Langzeitpräsident Yoweri Museveni (81) und wird als dessen Nachfolger gehandelt. Besigye, der mehrfach bei Wahlen gegen Museveni angetreten ist, steht seit Februar 2025 wegen Hochverrats vor einem Militärgericht. Kainerugaba macht immer wieder gezielt Jagd auf bestimmte Oppositionelle.
Yoweri Museveni regiert das ostafrikanische Land seit über 40 Jahren und wurde im Januar laut offiziellen Angaben mit mehr als 70 Prozent für eine siebte Amtszeit gewählt. Die Opposition wirft ihm seit mehreren Wahlen Betrug vor, und Menschenrechtsorganisationen kritisieren sein brutales Vorgehen gegen die Opposition.



