"Geschichte erzählen": 843 Schulen beteiligen sich am Anne-Frank-Tag

"Geschichte erzählen": 843 Schulen beteiligen sich am Anne-Frank-Tag
Der zehnte Anne-Frank-Tag erinnert an die Bedeutung einer aktiven Erinnerungsarbeit zur NS-Zeit. Mit Lernmaterial, Plakatausstellung und Zeitung wird die Lebensgeschichte des jüdischen Mädchens ins Klassenzimmer gebracht.

Berlin (epd). Am diesjährigen Anne-Frank-Tag haben sich am Freitag 843 Schulen beteiligt. Mit mehr als 126.000 Schülerinnen und Schülern sei zum zehnten Jubiläum des Aktionstages gegen Antisemitismus und Rassismus ein Teilnahmerekord aufgestellt worden, teilte das Anne Frank Zentrum in Berlin mit.

Anne Frank (1929-1945) ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust. Ihr Schicksal wurde durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs weltweit bekannt. In diesem Jahr stand der Anne-Frank-Tag unter dem Motto „Geschichte erzählen“. Mit dem Aktionstag soll unter anderem die aktive Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen gestärkt werden.

Hubig: Gedenken darf nicht verdrängt werden

Bundesjustizministerin und Schirmherrin des diesjährigen Anne-Frank-Tages, Stefanie Hubig (SPD), erinnerte an die Relevanz der Geschichte Franks. Sie sei in der Vergangenheit „fast selbstverständlich“ gewesen, nähme heute aber ab, da mehr Zeitzeuginnen und -zeugen versterben. „Das Gedenken an die Schoah sieht sich der Gefahr ausgesetzt, verdrängt zu werden. Das darf nicht passieren“, erklärte Hubig. Geschichten weiterzuerzählen sei daher wichtig.

Der Schulaktionstag findet seit 2017 jährlich an Anne Franks Geburtstag statt und soll an die Lebensgeschichte des jüdischen Mädchens und an die Verbrechen der NS-Zeit erinnern. Der Tag wird neben dem Bundesjustizministerium auch von den Niederlanden unterstützt. Zur Vorbereitung sei den Schulen kostenfreies Lernmaterial zur Verfügung gestellt worden. Dazu gehöre auch eine Plakatausstellung und eine Anne Frank Zeitung.