Köln (epd). Unicef warnt vor Rückschritten im Kampf gegen Kinderarbeit. Kriege, Klimakatastrophen und sinkende Finanzmittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungsarbeit brächten ein großes Armutsrisiko für viele Familien, erklärte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Donnerstag in Köln mit Blick auf den Welttag gegen Kinderarbeit am Freitag. Dadurch könnte die Kinderarbeit nach jahrelangen Fortschritten wieder ansteigen.
„In mehreren Regionen der Welt spitzt sich die Situation für Kinder zu“, sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Ihre Rechte auf Schutz und Bildung seien in Gefahr. Familien verlören durch Wirtschaftskrisen, bewaffnete Konflikte und die Klimakrise ihre Lebensgrundlage, Schulen müssten schließen und soziale Sicherung falle weg. „Eltern haben oft keine andere Wahl, als ihre Kinder arbeiten zu schicken“, beklagte Schneider. Die Politik und auch Unternehmen müssten sowohl vor Ort als auch auf internationaler Ebene dagegen angehen.
Fortschritte der vergangenen Jahre „fragil“
Weltweit sind laut Unicef fast 138 Millionen Kinder und Jugendliche von Kinderarbeit betroffen. Das habe gravierende Folgen für ihre Bildung und Entwicklung. Seit dem Jahr 2000 sei zwar die Zahl der arbeitenden Kinder um fast 50 Prozent gesunken. Doch das internationale Ziel, Kinderarbeit bis 2025 weltweit zu beenden, sei deutlich verfehlt worden und der erzielte Fortschritt sei „fragil“.
Der Welttag gegen Kinderarbeit wurde im Jahr 2002 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen. Der jedes Jahr am 12. Juni begangene Aktionstag soll die weltweite Bewegung gegen Kinderarbeit fördern.



