Berlin (epd). Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hat verbindliche Unterstützungsangebote für obdachlose Menschen gefordert. Ohne Zugang zu Trinkwasser oder kühlen Rückzugsorten seien sie schutzlos extremer Hitze ausgeliefert, erklärte die Arbeitsgemeinschaft am Donnerstag in Berlin anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstages.
Dazu komme eine bereits höhere gesundheitliche Belastung. Unversorgte Wunden heilten schlechter, und Kreislaufprobleme nähmen zu. Durch Alkohol- oder Drogenkonsum verschleiere sich zusätzlich die Selbstwahrnehmung, wodurch Dehydrierung oder Überhitzung nicht rechtzeitig erkannt würden, hieß es.
Langfristige Finanzierung gefordert
Hitzeaktionspläne von Städten müssten obdachlose Menschen berücksichtigen, forderte die Arbeitsgemeinschaft. Auch sollten Trinkwasser, Schattenplätze sowie klimatisierte Aufenthaltsorte niedrigschwellig zugänglich sein und Gesundheitsangebote direkt zu den Menschen kommen. Solche Hitzehilfe müsse auf der Basis langfristiger Finanzierungen entstehen.
Bürgerinnen und Bürger könnten obdachlosen Menschen durch aufmerksames Hinschauen und das Anbieten von Wasser oder Schatten helfen. Bei gesundheitlichen Problemen sollte ein Rettungsdienst gerufen werden.
Digitale Karte mit Trinkbrunnen und kühlen Räumen in Berlin
Positive Beispiele einzelner Städte und Bundesländer gebe es schon heute, berichtete die Arbeitsgemeinschaft. In Berlin gebe es eine „Erfrischungskarte“, die digital Trinkbrunnen, kühle Räume und Schattenplätze verzeichne. Hannover versorge obdachlose Menschen an Hitzetagen mit Wasser, Sonnenschutz und Hygieneartikeln. In Stuttgart fahre das Deutsche Rote Kreuz mit Versorgungsbussen durch die Stadt.



