Nairobi (epd). Im Kongo hat die Ärzte-Gewerkschaft Sylimed ab Donnerstag zum Streik aufgerufen. Mehr als 2.500 Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Dienst seien seit elf Monaten nicht mehr bezahlt worden, sagte Sylimed-Generalsekretär André Kasongo Kasomboyi dem französischen Sender RFI. „Wir können die Leute nicht weiter motivieren, gegen Ebola zu kämpfen, solange sie kein Gehalt erhalten.“ Die Gewerkschaft prangerte außerdem die schlechten Arbeitsbedingungen und die fehlende Ausstattung und Versorgung mit Medikamenten an. Notfälle würden weiter versorgt.
Der Streik zeigt, wie fragil das Gesundheitssystem in der Demokratischen Republik Kongo ist. Im Osten des Landes kämpft das Gesundheitspersonal seit Mai gegen eine Ebola-Epidemie. Mindestens fünf Pflegekräfte und Ärzte sind in den vergangenen Wochen laut der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union an dem Virus gestorben. Allerdings ist die Übermittlung von Daten aus dem Ebola-Gebiet wegen der Abgeschiedenheit, des schlecht ausgestatteten Gesundheitssystems und der Gewalt durch Milizen in der betroffenen Region sehr eingeschränkt.
Bis Dienstag 127 registrierte Todesfälle
Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) warnte, dass Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal knapp werde. Hunderte Freiwillige sind im Einsatz und helfen bei der Nachverfolgung von Kontakten sowie der sicheren Bestattung der Verstorbenen.
Laut Angaben der kongolesischen Regierung gab es bis Dienstag 635 bestätigte Fälle und 127 registrierte Todesfälle in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Sud-Kivu. In Uganda sind laut Weltgesundheitsorganisation 19 Infektionen und zwei Todesfälle registriert worden. Für die Bundibugyo-Variante des Virus, die für den aktuellen Ausbruch verantwortlich ist, gibt es bisher weder Medikamente noch eine Impfung.



