Bundesländer sollen Welterbe-Pläne für Grünes Band unterstützen

Bundesländer sollen Welterbe-Pläne für Grünes Band unterstützen
Einst abgeschottetes DDR-Grenzgebiet, heute Naturschutzregion mit zeitgeschichtlicher Bedeutung: Das Grüne Band steht seit 2024 auf der deutschen Nominierungsliste für das Unesco-Welterbe. Dafür wird nun Unterstützung der Bundesländer eingefordert.

Erfurt (epd). Die Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben die 16 Bundesländer zur Unterstützung einer Aufnahme des früheren innerdeutschen Grenzgebiets in das Unesco-Welterbe aufgefordert. Die Länder müssten ein klares Bekenntnis dazu ablegen, heißt es in einer am Donnerstag in Erfurt verbreiteten Erklärung der Beauftragten. Das rund 1.400 Kilometer lange Grüne Band sei ein Schlüsselort deutscher Erinnerungskultur und zugleich ein Zukunftsprojekt von europäischer und internationaler Bedeutung.

Der einzigartige Charakter des Grünen Bandes müsse als Natur- und Erinnerungsraum gleichermaßen anerkannt und im weiteren Nominierungsverfahren zum Unesco-Welterbe konsequent abgebildet werden, betonten die sechs Landesbeauftragten. Dafür bestehe eine gesamtdeutsche Verantwortung.

Besondere Chance

Es sei eine besondere Chance, die Geschichte der deutschen Teilung und ihrer Überwindung dauerhaft mit dem Schutz eines einzigartigen Naturraums zu verbinden, betonten die Beauftragten. Das Grüne Band sei „weit mehr als ein Naturschutzprojekt“. Es sei ein Erinnerungsort, „an dem sich Erfahrungen von Teilung, Unfreiheit und demokratischem Neubeginn verdichten“. Seine besondere Bedeutung liege im untrennbaren Zusammenhang von Natur- und Zeitgeschichte.

Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von der Ostsee bis zum Dreiländereck Sachsen-Bayern-Tschechien gilt als einer der größten Biotopverbünde in Europa. Mit den Plänen zur Unesco-Nominierung hatte sich am Mittwoch und Donnerstag eine Tagung in Probstzella in Thüringen befasst.