Berlin (epd). Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat vor Hitze als einem der größten gesundheitlichen Risiken gewarnt. Zugleich sei Deutschland auf Extremhitze nicht ausreichend vorbereitet, sagte Reinhardt am Mittwoch in Berlin. Weite Teile der kritischen Infrastruktur stünden bei zunehmenden Hitzesommern unter hoher Belastung. Am Donnerstag findet zum vierten Mal der bundesweite Hitzeaktionstag statt. In diesem Jahr lautet das Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“.
Gesundheits-, Pflege- und Sozialeinrichtungen müssten Reinhardt zufolge bei der Entwicklung und Umsetzung der Hitzeschutzstrategien eingebunden werden. Diese Institutionen müssten nachhaltig gestärkt und ihre Stabilität garantiert werden, damit sie auch unter Extrembedingungen funktionieren können.
Zwei-Grad-Marke könnte 2031 gerissen werden
Der Meteorologe und ARD-Wettermoderator Karsten Schwanke wies auf das schnelle Ansteigen der weltweiten Temperaturen hin. Im Jahr 2024 lag die globale Temperatur erstmals 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau, 2031 könnte laut Schwanke die Zwei-Grad-Marke erstmals gerissen werden.
Zudem seien deutschlandweit die Hitzewellen deutlich wärmer als noch in den 1960er Jahren: In Berlin seien diese um etwa vier Grad heißer geworden, in Frankfurt am Main um fünf und in Münster gar um 6,5 Grad.
In Zukunft seien mehr Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius und mehr Tropennächte mit Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius zu erwarten, sagte Schwanke. Höchsttemperaturen von 45 Grad Celsius könnten in den kommenden Jahren möglich werden, warnte er.



