Früherer bayerischer Kultusminister Hans Maier gestorben

Früherer bayerischer Kultusminister Hans Maier gestorben
Hans Maier war 16 Jahre lang als Kultusminister für die bayerische Bildungspolitik zuständig und viele Jahre Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Am Montag starb er im Alter von 94 Jahren.

München (epd). Der frühere bayerische Kultusminister und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Maier (CSU), ist tot. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte Maier am Dienstag als „großen Gelehrten und Staatsmann“, der „wissenschaftliche Brillanz mit politischem Mut und christlicher Verantwortung“ verbunden habe. Maier starb den Angaben zufolge am Montag im Alter von 94 Jahren.

Der im Breisgau geborene Katholik bekleidete von 1970 bis 1986 das Amt des bayerischen Kultusministers. Zuvor lehrte Maier ab 1962 als Professor für Politikwissenschaft am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Von 1976 bis 1988 war er ZdK-Präsident. Nach seiner Zeit als Minister übernahm der passionierte Orgelspieler von 1988 bis 1999 den Guardini-Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung an der LMU.

„Prägende Persönlichkeit weit über die Kirche hinaus“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, würdigte Maier als „prägende Persönlichkeit weit über die Kirche hinaus“. Mit Überzeugungstalent, politischer Argumentationskraft und dem höflichen Respekt einem jeden Menschen gegenüber habe Maier auch schwierige Situationen zwischen dem Zentralkomitee und der Bischofskonferenz in bewundernswerter Weise zu meistern gewusst. Dazu gehöre auch die von ihm mit angestoßene Initiative zur Gründung der Schwangerenberatung Donum vitae.

Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) erklärte, dass bei allen Entscheidungen ihres Amtsvorgängers dessen „christliches Menschenbild, seine Achtung vor der Würde des Einzelnen und sein Eintreten für eine starke Demokratie spürbar“ gewesen seien.