Vertreter von Betroffenen sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche machen Druck wegen einer immer noch ausstehenden Orientierungshilfe für Anerkennungszahlungen. Die Gruppe der Betroffenen erwarte, dass diese nun zu einem verlässlichen Abschluss geführt werde, erklärte Betroffenenvertreter Detlev Zander laut Mitteilung am Mittwoch.
Das zuständige Gremium für die Aufarbeitung von Missbrauch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Diakonie, das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt, hatte im Februar den Zusatz für die Anerkennungsrichtlinie beschlossen. EKD und Diakonie hatten offenbar aber noch Bedenken. Ihre zuständigen Gremien hatten die Hilfe nicht, wie ursprünglich angedacht, im März in ihren Sitzungen beschlossen.
Die Anerkennungsrichtlinie ist zum 1. Januar in Kraft getreten. Sie soll in allen 20 Landeskirchen und 17 Diakonieverbänden gelten. Der ergänzende Katalog soll sicherstellen, dass Leistungshöhen deutschlandweit vergleichbar sind.
Die Orientierungshilfe sei das Ergebnis eines mehrjährigen Arbeitsprozesses, an dem Betroffene, Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kirche und Diakonie mitgewirkt hätten, sagte Zander. Es gehe dabei um mehr als finanzielle Leistungen. "Es geht um Glaubwürdigkeit. Es geht um die Frage, ob die Erfahrungen Betroffener und die lebenslangen Folgen sexualisierter Gewalt tatsächlich handlungsleitend sind."



