Berlin (epd). Die Deutsche Umwelthilfe hat das Müllaufkommen bei deutschen Musikfestivals als zu groß kritisiert. Es gebe zu viele Getränke und Speisen in Einwegverpackungen, schlechte Mülltrennung und einen zu hohen Anteil an Chemietoiletten, erklärte die Bundesgeschäftsführerin der Umwelthilfe, Barbara Metz, am Mittwoch in Berlin. Zudem seien kostenlose Wegwerfartikel von Firmen ein Problem. Mit einer Petition für abfallärmere Festivals sollen Veranstalter jetzt dazu gebracht werden, „100 Prozent Mehrweg, saubere Mülltrennung und Kompost-Toiletten als Standard auf Festivals zu etablieren“.
Einer Umfrage der Umwelthilfe unter den zehn größten Musikfestivals Deutschlands zufolge gehen nur zwei Festivals „erste Schritte“ zu Mehrwegverpackungen bei Getränken und Essen. Auf neun von zehn befragten Festivals werde der Müll in sogenannten Public Areas auf dem Festivalgelände nicht getrennt, hieß es. Zwei von neun Festivals verzichteten auf ihren Campingplätzen auf eine getrennte Sammlung von Abfällen. Zudem würden mehrere Veranstalter kein wirksames Müllpfandsystem anbieten.
Volksfeste oft mit Mehrweg und Mülltrennung
Dagegen zeigten heute schon viele Volksfeste und Großveranstaltungen, dass vollständiger Mehrwegeinsatz und konsequente Mülltrennung funktionieren, sagte Metz. Die Umfrage der Umwelthilfe fand zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 per Fragebogen statt. Befragt wurden demnach die Festivals Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air. Drei Festivals - Glücksgefühle, Airbeat One und Deichbrand - hätten nicht geantwortet.



