Unicef: Hohe Transportkosten erschweren Hilfslieferungen für Kinder

Unicef: Hohe Transportkosten erschweren Hilfslieferungen für Kinder
Vor einer wachsenden humanitären Krise warnt Unicef vor dem Hintergrund der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten.

Genf (epd). Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt angesichts des Konflikts im Nahen Osten vor Einschränkungen bei Hilfseinsätzen weltweit. Was mit Unterbrechungen auf Schifffahrtsrouten wie der Straße von Hormus begonnen habe, könnte „sich schnell zu einer humanitären Krise ausweiten“, sagte der Unicef-Leiter für globale Lieferketten und Logistik, Jean-Cédric Meeus, am Dienstag in Genf. Anhaltende Verzögerungen und steigende operative Kosten erschwerten die Versorgung von Kindern weltweit.

Umleitungen von Seetransporten rund um das Kap der Guten Hoffnung verlängerten Lieferzeiten inzwischen um zwei bis vier Wochen. Gleichzeitig blieben die Luftfrachtkapazitäten im Nahen Osten begrenzt, während sich Hafenüberlastungen in Afrika und darüber hinaus ausweiteten. „Jeder zusätzliche Dollar für Transport geht zulasten der Hilfsgüter für Kinder“, mahnte Meeus.

Frachtkosten legten teilweise um bis zu 150 Prozent zu

Die Luftfrachtkosten für Impfstoffe von Indien nach Äthiopien, Nigeria und in die Demokratische Republik Kongo seien bereits um 50 bis 70 Prozent gestiegen, hieß es. Die Transportkosten für Spezialnahrung für mangelernährte Kinder von Herstellern in Kenia nach Somalia, Südsudan und in den Kongo hätten sich um 30 Prozent erhöht.

Um die Hilfsbedürftigen zu versorgen, aktiviere Unicef alternative Luft-, Land- und Seewege, ziehe Beschaffungen vor und diversifiziere die Lieferantenbasis. Zudem intensivere man die Produktion vor Ort, betonte der Unicef-Leiter Meeus.