Berliner Verfassungsschutz sieht überall mehr Extremisten

Berliner Verfassungsschutz sieht überall mehr Extremisten
Die Gefahr durch Feinde der Demokratie wird größer. Das ist ein Fazit des neuen Verfassungsschutzberichts für Berlin.

Berlin (epd). Der Berliner Verfassungsschutz sieht immer mehr extremistische Aktivitäten in der Hauptstadt. Die Bedrohung der Demokratie habe sich verändert und zugleich intensiviert, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2025.

Das verfassungsfeindliche Personenpotenzial in Berlin sei in allen Phänomenbereichen angestiegen. Fremde Nachrichtendienste und Verfassungsfeinde hätten ihre Aktivitäten intensiviert und professionalisiert. Besonders besorgniserregend sei, dass sich diese Aktivitäten zunehmend an junge Menschen richteten. Vor allem die Anschläge auf die Energieinfrastruktur im September vergangenen Jahres und Anfang Januar dieses Jahres zeigten, „wie schnell und hart wir alle von der Gewalt, die von Extremistinnen und Extremisten ausgeht, betroffen sein können“, sagte Spranger.

Neue rechtsextreme Jugendkultur

Das rechtsextremistische Personenpotenzial in Berlin stieg demnach gegenüber 2024 leicht auf 1.480 Personen (plus 30). Darunter seien rund 820 gewaltorientierte Menschen. Ursächlich dafür sei das Entstehen einer neuen rechtsextremistischen Jugendkultur.

Das linksextremistische Personenpotenzial wird auf 3.950 Personen geschätzt (plus 150). Erstmals seit mehreren Jahren sei auch das Potenzial des gewaltorientierten autonomen und postautonomen Teils der Szene angestiegen.

Die Szene des „auslandsbezogenen Extremismus“ prägten 2025 weiter vor allem israelfeindliche und antisemitische Akteure. Dieses Potenzial belaufe sich auf rund 1.700 Personen (2024: 1.680). Das Potenzial der islamistischen Szene wuchs auf 2.590 Personen an (plus 150).