Oberstes US-Gericht verwirft Todesurteil für schwarzen Häftling

Oberstes US-Gericht verwirft Todesurteil für schwarzen Häftling

Washington (epd). Das Oberste Gericht der USA hat am Donnerstag (Ortszeit) zugunsten eines schwarzen Todeshäftlings im Bundesstaat Mississippi geurteilt. Mit fünf zu vier Stimmen erklärten die Richterinnen und Richter, beim Mordprozess gegen den heute 40 Jahre alten Terry Pitchford 2006 sei nicht ausreichend geprüft worden, ob der Staatsanwalt mögliche schwarze Geschworene unzulässig ausgeschlossen hat. Nur einer der zwölf Geschworenen war letztendlich schwarz. Der Prozess muss neu starten.

Pitchford hatte laut Schuldspruch 2004 zusammen mit einem Komplizen einen Lebensmittelladen überfallen und den Besitzer namens Reuben Britt erschossen. Pitchfords mutmaßlicher Mittäter war erst 17 Jahre alt und konnte nicht zum Tode verurteilt werden, obwohl er angeblich die Todesschüsse abgegeben hat.

Gerichtsurteil von 1986 zur Geschworenenauswahl

Beim Prozess standen nach Angaben des Todesstrafen-Informationszentrum anfangs 35 Schwarze und 61 Weiße als Geschworene zur Auswahl. Aufgrund eines Gerichtsurteils von 1986 dürfen Geschworene nicht wegen ihrer Hautfarbe gestrichen werden. Angeklagte haben ein Anrecht auf ein Geschworenengericht von Ihresgleichen. Ein Datum für einen neuen Prozess wurde nicht bekanntgegeben.