Zwei Millionen weniger Ehrenamtliche in Deutschland

Zwei Millionen weniger Ehrenamtliche in Deutschland
Zum Grundgesetz-Geburtstag soll am Samstag erstmals bundesweit das Ehrenamt gewürdigt werden. Einrichtungen wie die Feuerwehr würden ohne freiwilliges Engagement nicht funktionieren, betont die Ehrenamts- und Engagement-Stiftung.

Berlin (epd). Die Zahl der Ehrenamtlichen ist laut der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt in den vergangenen fünf Jahren um rund zwei Millionen auf aktuell 27 Millionen Menschen zurückgegangen. Viele spontane Initiativen wie Nachbarschaftsvereine oder Gruppen zur Flüchtlingshilfe hätten die Corona-Zeit nicht überstanden, sagte der Vorsitzende Jan Holzer am Donnerstag im RBB-Inforadio.

Das erhöhe den Druck auf die verbliebenen Ehrenamtler. Besonders Vereinsvorstände würden sich deshalb immer intensiver engagieren. „Wir müssen aufpassen, dass sie sich nicht übernehmen, sonst droht vielen von ihnen ein Burn-out“, sagte Holzer.

Bundesweit 600.000 Vereine

Um das Ehrenamt zu würdigen, rufen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Stiftung für Samstag erstmals zu einem bundesweiten Ehrentag auf. Anlass ist der Grundgesetz-Geburtstag am 23. Mai. Geplant sind mehr als 2.000 Aktionen im Bundesgebiet.

Einrichtungen wie die Feuerwehr würden ohne das freiwillige Engagement nicht funktionieren, betonte Holze: „Deswegen braucht es neue Menschen, die hier zur Seite stehen und auch neue Modelle, um diese Menschen zu unterstützen, damit unsere Vereinslandschaft mit über 600.000 Vereinen in der gesamten Bundesrepublik weiterhin so vielfältig und bunt bleibt.“

Staat kann nicht alles übernehmen

„Wir müssen verstehen, dass wir alle der Staat sind und der Staat nicht alles übernehmen kann, sondern wir alle ein Stück weit unseren Beitrag leisten müssen, damit der Zusammenhalt gelingt“, sagte der Stiftungsvorsitzende: „Insofern kann ich nur appellieren, sich zu engagieren.“ Der Ehrentag diene auch dazu, sich auszuprobieren.