Oranienburg (epd). Die Gedenkstätte Sachsenhausen bietet über ein neues Onlineportal Nachfahren und Angehörigen ehemaliger KZ-Häftlinge einen erleichterten Zugang zu Informationen. Die Internetseite ist auf Deutsch und Englisch und soll bei Recherchen unterstützen, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Dienstag in Oranienburg mitteilte. Zudem gebe es Videointerviews sowie Podcasts mit Angehörigen ehemaliger Häftlinge der zweiten und dritten Generation über deren Auseinandersetzung mit ihren im KZ Sachsenhausen inhaftierten Großvätern und Urgroßvätern.
Das Angebot wurde demnach mit einer Gruppe von Angehörigen entwickelt. Ziel sei es gewesen, „die Perspektiven von Nachkommen auf den historischen Ort zu stärken und langfristig sichtbarer zu machen“. Derzeit werde in der Gedenkstätte Sachsenhausen dazu auch die Ausstellung „Verflochtene Geschichten. Nachkommen erzählen“ gezeigt.
Fortgesetzte Stigmatisierung
Arne Pannen, Leiter der Bildungsabteilung der Gedenkstätte Sachsenhausen, erklärte, bei vielen Nachfahren von ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen sei „die Geschichte der Verfolgung ihrer Angehörigen auch mehr als 80 Jahre nach dem Kriegsende präsent“. Die oft fortgesetzte Stigmatisierung und Nichtanerkennung nach 1945 habe bei vielen Überlebenden und ihren Familien tiefe Spuren hinterlassen.
Alljährlich besuchten mehrere Hundert Nachkommen der zweiten, dritten und vierten Generation aus aller Welt den historischen Ort, um mehr über das Verfolgungsschicksal ihrer Angehörigen zu erfahren.




