BUND fordert mehr Wildnisgebiete in Deutschland

BUND fordert mehr Wildnisgebiete in Deutschland
In Wildnisgebieten soll sich die Natur frei von Eingriffen entwickeln können. Naturschützer dringen auf eine deutliche Ausweitung der Gebiete.

Berlin (epd). Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert mehr Wildnis in Deutschland. Wildnisgebiete müssten mindestens zwei Prozent der Landesfläche ausmachen, erklärte die Organisation am Montag in Berlin. Mittelfristig will der BUND in Deutschland fünf Prozent der Fläche als Wildnisgebiete sehen. Bislang beträgt der Anteil den Angaben zufolge nur 0,6 Prozent.

Die Nationale Biodiversitätsstrategie sieht ein Zwei-Prozent-Ziel bis zum Jahr 2030 vor. Der BUND argumentiert, dass Wildnisgebiete die Biodiversität, das Klima und den Wasserhaushalt schützen. Die Natur soll sich dort frei von Eingriffen durch Industrie, Infrastruktur, Land- oder Forstwirtschaft entwickeln können. Für Erholung, Tourismus, Bildung und Forschung dürften sie aber betretbar und nutzbar sein.

Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt sagte, Wildnisgebiete böten Lebensräume, die in der Kulturlandschaft längst verloren gegangen seien. In ihnen fänden „unzählige Tier- und Pflanzenarten ein Refugium“. Deutschland müsse der „eigenen Verantwortung für den Schutz der weltweiten Biodiversität gerecht werden“.

Mindestens 1.000 Hektar große Gebiete

Wildnisgebiete sollen demnach mindestens 1.000 Hektar groß sein, was ungefähr der fünffachen Fläche des Stadtstaats Monaco entspricht. In Mooren, Auen und an Küsten sollten die Gebiete laut BUND mindestens 500 Hektar betragen.

Anlass für die Forderung nach mehr Wildnis in Deutschland ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. Dieser wurde durch die Vereinten Nationen ins Leben gerufen und wird jedes Jahr am 22. Mai begangen.