Katholikentag endet mit Aufruf zum Handeln

Katholikentag endet mit Aufruf zum Handeln
Zum Abschluss des Katholikentags in Würzburg hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz noch einmal die politische Dimension des Glaubens betont. "Habt keine Angst vor dem Durcheinander dieser Welt", forderte Heiner Wilmer die Gläubigen auf.

Würzburg (epd). In Würzburg ist am Sonntag der 104. Deutsche Katholikentag zu Ende gegangen. Zum Abschluss rief der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, die Gläubigen zu Mut und Tatkraft auch unter schwierigen Bedingungen auf. „Habt keine Angst vor dem Schmutz der Straße. Habt keine Angst vor dem Durcheinander dieser Welt. Habt keine Angst, eine verbeulte Kirche zu sein“, sagte der Hildesheimer Bischof in seiner Predigt im Schlussgottesdienst.

Seit Mittwoch hatten sich in der fränkischen Stadt mehr als 30.000 Teilnehmer unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf“ zu Diskussionen, Gottesdiensten und Kulturveranstaltungen getroffen. Wilmer sagte in seiner seine Abschlusspredigt weiter: „Eine Kirche, die hinausgeht, die Brandherde löschen will, wird vielleicht müde, vielleicht angegriffen, vielleicht missverstanden - aber sie wird leuchten.“

Zentralratspräsident Schuster: „Gift des Antisemitismus“ verbannen

Hoffnung sei Gabe und Aufgabe. Wer hoffe, handele, auch wenn der Erfolg ungewiss sei. Christen glaubten an einen Gott, der diese Welt geschaffen hat. „Und deshalb glauben wir: Diese Welt ist uns anvertraut. In Jesus Christus sendet Gott uns hinaus.“ Neben Wilmer nahmen der Würzburger Bischof Franz Jung und Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), am Abschlussgottesdienst teil.

Ein Impuls kam von Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Zum ersten Mal war ein Vertreter des Zentralrats in einen Abschlussgottesdienst des Katholikentags eingebunden. Er rief dazu auf, das „Gift des Antisemitismus“ aus der Gesellschaft zu verbannen.

Am Schluss des Gottesdienstes lud der Präses der rheinischen Landeskirche, Thorsten Latzel, zum 40. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 5. bis 9. Mai 2027 in Düsseldorf ein. Der Paderborner Erzbischof Udo Bentz warb für die Teilnahme am nächsten Katholikentag Ende Mai 2028 in Paderborn. Alle zwei Jahre veranstaltet das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Katholikentag, jeweils in einem anderen Bistum.