Würzburg (epd). Die wichtigste Grundlage für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit ist in den Augen von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) Vertrauen. Deutschland habe seit 60 Jahren ein Image als international stabiler und verlässlicher Partner, sagte die Ministerin am Samstag auf dem Katholikentag in Würzburg.
„Wirtschaftliche Zusammenarbeit muss immer im Sinne der nachhaltigen Entwicklung vor Ort stattfinden“, betonte die Ministerin. Dazu zählten gute Jobs, berufliche Bildung für junge Menschen, Perspektiven, eine grüne Transformation und globale Gesundheit. Alabali-Radovan verwies darauf, dass viele Länder des Globalen Südens reich an Rohstoffen seien und selbst am wenigsten davon hätten: „Das ist die Folge einer ungerechten Weltwirtschaftsordnung.“
Warnung vor Neo-Kolonialismus
Emeka Ani, Bundespastoralrat der Katholiken anderer Muttersprachen, mahnte auf dem Podium, wirtschaftliche Beziehungen zu Entwicklungsländern dürften nicht zu Neo-Kolonialismus werden. „Die Menschen können nicht unterscheiden: Respektieren Unternehmen die Kultur vor Ort oder holen sie sich nur, was sie wollen?“, sagte der Nigerianer.
Rohstoffe wie Lithium und Gold würden tonnenweise aus Entwicklungsländern exportiert und die Umwelt vor Ort vollkommen zerstört. Die Menschen, die in Minen und auf Feldern arbeiten, könnten sich nicht einmal einen Kaffee leisten. „Das sind doch keine normalen Wirtschaftsbeziehungen, das ist Ausbeutung“, betonte Ani.
Misereor: Lieferketten auf Menschenrechte prüfen
Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer des katholischen Entwicklungshilfswerks Misereor, forderte, Lieferketten wieder stärker mit Blick auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit zu überprüfen. „Unsere Verantwortung endet nicht an den nationalen Grenzen.“ Ethik sei kein Wettbewerbsnachteil, sondern biete eine notwendige Orientierung.




