Würzburg (epd). Auf dem Katholikentag hat der Würzburger Bischof Franz Jung am Donnerstag die Menschen dazu aufgerufen, sich füreinander einzusetzen. „Wir müssen mutig aufstehen, um die Fragen zu stellen, die jetzt nach einer Antwort aus dem Glauben harren“, sagte er auf dem Würzburger Residenzplatz beim Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt vor hunderten Gläubigen. Als Beispiele nannte Jung die Stellung der Frau in kirchlichen Ämtern, das Verständnis von Synodalität und die Frage, wie der Missbrauch von Macht verhindert werden könne.
Eine Abfuhr erteilte der Bischof irdischen Herrschaftsansprüchen, die das Christentum missbrauchten. „Wage den Widerspruch gegen alle Machthaber dieser Welt, die sich in Allmachtsfantasien ergehen“, sagte er in seiner Predigt. Das Reich Christi „gründet nicht auf Gewalt, Unterdrückung oder Einschüchterung“. Der erhöhte Christus rufe stattdessen dazu auf, einander zu dienen. Christen müssten für die Würde aller Menschen eintreten, besonders für Kranke und Sterbende, den Schutz des ungeborenen Lebens und für Menschen mit Behinderung.
Anne Gidion: Vertrauen auf den Weg
Anne Gidion, Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ging in ihrer Ansprache auf das Motto des Katholikentags ein: „Hab Mut, steh auf“. „Mut heißt, den Blick vom Himmel zu lösen und sich dem Leben zuzuwenden. Darauf zu vertrauen, dass der Weg weitergeht, auch wenn er noch nicht zu erkennen ist.“
Die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, wünschte den Gläubigen zu Christi Himmelfahrt vorab in einem Grußwort, dass sich der Himmel den Menschen öffnen möge „und in seiner Grenzenlosigkeit die Herzen weiten“. In diesen Zeiten brauche es besonders Gemeinschaft, Hoffnung und den Segen zum Guten.




