Wolfsburg (epd). Die Stadt Wolfsburg will sich für das vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Heilig-Geist-Ensemble einsetzen. Laut einer Absichtserklärung des Rates vom Mittwochabend will die Kommune sich mit bis zu einer Million Euro an einer Stiftung zum Erhalt des „architektonischen Wahrzeichens“ beteiligen. Ziel der geplanten „Stiftung Forum Alvar Aalto“ sei es, das denkmalgeschützte Ensemble, zu dem auch die evangelische Heilig-Geist-Kirche gehört, zu sanieren und auf dem Gelände neben kulturellen Angeboten, gemeinschaftliches Wohnen und eine neue Kindertagesstätte entstehen zu lassen.
Aufgrund eines Sanierungsstaus suchen die örtliche Lukasgemeinde und der evangelische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen seit dem Jahr 2021 einen Investor für die Heilig-Geist-Kirche und die zugehörigen Gebäude. Weder Kirchengemeinde noch der Kirchenkreis hätten die finanziellen Ressourcen für das millionenschwere Projekt, hieß es. Zunächst war ein hannoversches Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, zudem wurde ein Investorenwettbewerb ausgeschrieben, der aber bislang zu keinen Ergebnissen führte.
Weitere Bauten in Berlin, Bremen und Essen
Die Heilig-Geist-Kirche, das Gemeindezentrum und das Wohnhaus des Gemeindezentrums wurden 1961 bis 1962 gebaut, 1964 wurde der zugehörige Kindergarten eröffnet. Alle Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Der Name Alvar Aalto (1898-1976) steht in einer Reihe mit Frank Lloyd Wright, Walter Gropius oder Ludwig Mies van der Rohe. Rund 500 Entwürfe umfasst Aaltos Lebenswerk, etwa die Hälfte davon wurde weltweit gebaut. Mit der Heilig-Geist-Kirche, der Stephanus-Kirche und dem Alvar-Aalto-Kulturhaus beherbergt Wolfsburg gleich drei der sechs Bauten Aaltos, die in Deutschland realisiert wurden. Daneben entwarf er Wohnhäuser in Berlin und Bremen und das Essener Opernhaus.




