Würzburg (epd). Zum Auftakt des 104. Deutschen Katholikentages in Würzburg haben die Veranstalter eindringlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in schwierigen Zeiten aufgerufen. Daran müssten sich auch die Christen beteiligen, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, am Mittwoch vor Journalisten: Der alle zwei Jahre stattfindende Katholikentag sei Auftrag, „nicht hinter Kirchentüren zu verschwinden“. Das fünftägige Event unter dem biblischen Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ sollte am Abend in der fränkischen Stadt offiziell eröffnet werden. Dazu wurde unter anderen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.
Eine Kirche, die sich zu Menschenwürde, Solidarität und konkretem Handeln bekenne, sei eine politische Kirche, hob Stetter-Karp hervor. In diesem Zusammenhang bekräftigte sie den Ausschluss von AfD-Mandatsträgern auf Podien des Katholikentages. Sie sehe keine neuen Argumente, die die Veranstalter überzeugen würden, diesen dort eine öffentliche Bühne zu geben.
„Netzwerk der Hoffnung“
„Aus seiner geistlichen Mitte heraus hat der Katholikentag auch immer eine starke politische Dimension“, fügte der Bischof des gastgebenden Bistums Würzburg, Franz Jung, hinzu: „Die Besucherinnen und Besucher sollen erfahren, wo konkret und wie genau wir als Kirche unsere Hoffnung in die Gesellschaft tragen.“ Christen seien „ein Netzwerk der Hoffnung“, ohne das die Gesellschaft ärmer wäre. Zugleich sei es ihm von Beginn an wichtig gewesen, dass der Katholikentag ein „geistliches Ereignis“ werde.
Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg soll nach Wunsch des Oberbürgermeisters Martin Heilig ein „kulturelles Bürgerfest“ werden. Das Christentreffen schaffe in einer Zeit des Rückzugs ins Private Raum für zwischenmenschliche Begegnungen und direkte Auseinandersetzungen, sagte der Grünen-Politiker vor Journalisten. Er freue sich auf das Event „wie ein kleines Kind“.
Rund 30.000 Menschen erwartet
Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Marc Frings, hofft mit Blick auf die Teilnehmerzahl auf einen der größeren Katholikentage der jüngeren Zeit. Die Veranstalter erwarten rund 30.000 Menschen mit Ticket und zusätzlich mit Laufpublikum vor Ort, da viele der rund 900 Veranstaltungen auch kostenlos zugänglich sind. Diese finden den Angaben zufolge an etwa 40 Orten statt, verteilt in der Innenstadt.
Gastgeber ist 2026 die Diözese Würzburg. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist der Veranstalter. Die unterfränkische Stadt Würzburg mit ihren mehr als 133.000 Einwohnern war bereits in den Jahren 1864, 1877, 1893 und 1907 Austragungsort.
Die Finanzierung des Katholikentags erfolgt aus verschiedenen Quellen. Rund drei Millionen Euro stammen laut Veranstaltern aus kirchlichen Quellen. Der Freistaat Bayern fördert das Großereignis mit drei Millionen Euro, 940.000 Euro gibt der Bund, 500.000 Euro zahlt die Stadt Würzburg.




