Erzbischof Koch: AfD nicht mit Glauben vereinbar

Erzbischof Koch: AfD nicht mit Glauben vereinbar
Bei den Landtagswahlen in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kann die AfD mit einem sehr guten Ergebnis rechnen. Für Erzbischof Heiner Koch ist die Partei dennoch nicht wählbar.

Berlin (epd). Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch hält viele Positionen der AfD mit dem christlichen Glauben nicht für vereinbar. „Für uns ist die wichtigste Botschaft das Evangelium, die Liebe Gottes zu jedem einzelnen Menschen“, sagte Koch dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwoch). „Damit sind völkischer Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht vereinbar.“

Mit Blick auf AfD-Politiker, die sich als Christen bezeichnen, sagte Koch: „Ich spreche niemandem den Glauben ab. Aber ich kann eine ganze Reihe von Äußerungen und Verhaltensweisen nicht mit meinem Glauben in Einklang bringen.“ So sei ihm nicht klar, „wie man Nächstenliebe nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen aufbringen kann“. Wer hier Menschen bevorzuge und sage, für andere Menschen gelte die Nächstenliebe nicht mehr, könne sich nicht auf die christliche Botschaft berufen.

Für politische Debatten öffnen

Koch rief Christen dazu auf, „in die Politik zu gehen, dort mitzugestalten, aufzutreten und Verantwortung zu übernehmen“. Die katholischen Pfarreien sollten sich für politische Debatten öffnen. „Ich möchte, dass sich die Katholiken vor Ort einmischen. Dass sie zu Veranstaltungen gehen und sich mit den Positionen, die sie aus ihrem Glauben heraus entwickelt haben, vor Ort einbringen.“

Koch betonte: „Die AfD will einen anderen Staat, viele ihrer Mitglieder orientieren sich an Orban, an Putin, an Trump - und das gleichzeitig. Das bringe ich nicht zusammen“, sagte der Erzbischof. Das Erzbistum Berlin umfasst neben der Hauptstadt weite Teile Brandenburgs und Vorpommerns.