Katholikentag in Würzburg: Promis, Proteste und "Mut zum Aufstehen"

Katholikentag in Würzburg: Promis, Proteste und "Mut zum Aufstehen"
Prominente Gäste und Appelle für Reformen: Beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg diskutieren Zehntausende vom 13. bis 17. Mai über Demokratie und die Zukunft der Kirche. Das Christentreffen steht unter dem Leitwort "Hab Mut, steh auf!".

Würzburg (epd). In Würzburg beginnt an diesem Mittwoch der 104. Deutsche Katholikentag. Bis Sonntag werden in der fränkischen Stadt zu rund 900 Veranstaltungen bis zu 30.000 Teilnehmende erwartet, wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mitteilte. Zur Eröffnung am Abend haben sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie der Würzburger Bischof Franz Jung angekündigt. Am Freitag will sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Fragen junger Menschen stellen.

Ein Schwerpunkt des Treffens liegt nach Angaben der Veranstalter auf Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Kirchenpolitisch stehen Ökumene, Synodalität und Missbrauchsaufarbeitung im Mittelpunkt. 30 kirchliche Reformgruppen wollen mit einer Menschenkette „mutige Reformen in allen Bereichen“ der katholischen Kirche einfordern. Sie dringen etwa auf Geschlechtergerechtigkeit und die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Die Menschenkette soll am Freitag zwischen dem Dom und der Augustinerkirche gebildet werden.

Leitwort „Hab Mut, steh auf!“

Das Christentreffen unter dem biblischen Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ konzentriere sich vorwiegend in der Innenstadt auf die drei großen Säulen Geistliches, Kulturelles und Politisches, hieß es weiter. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten ausgerichtet, zuletzt 2024 in Erfurt. Das Land Bayern unterstützt den Katholikentag den Angaben zufolge mit insgesamt drei Millionen Euro.

Es sei für Bayern eine besondere Ehre, dass der Katholikentag in der historischen Residenzstadt Würzburg stattfindet, erklärte Ministerpräsident Söder in einem Grußwort. Das Christentreffen sei nicht nur ein Treffen für Katholikinnen und Katholiken, sondern stehe Menschen aller Konfessionen und Religionen offen, so Söder: „Jeder ist willkommen!“. Für das Großevent wurde ein umfangreiches Sicherheits- und Verkehrskonzept erarbeitet.