Etwa 40 nigerianische Fischer nach Angriff der tschadischen Armee tot

Etwa 40 nigerianische Fischer nach Angriff der tschadischen Armee tot
Ein Einsatz des tschadischen Militärs galt der Terrorgruppe Boko Haram. Dem Angriff, der weiter anhält, fielen aber auch Fischer zum Opfer.

Frankfurt am Main, Abuja (epd). Mindestens 40 nigerianische Fischer sind laut Medienberichten bei Luftschlägen der tschadischen Armee getötet worden oder werden vermisst. Die Angriffe auf zwei Inseln im Tschadsee hätten der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram gegolten, berichtete das Nachrichtenportal „Afrika News“ am Montag. Die Inseln gelten als Hochburgen der islamistischen Gruppe.

Die genaue Zahl der Opfer sei noch unbekannt, hieß es in dem Bericht. Das tschadische Militär habe noch keine Stellungnahme zu den Angriffen abgegeben. Laut lokalen Quellen gehören die meisten Opfer einer Fischergemeinde am nigerianischen Ufer des Tschadsees an. In der Region sollen einige Fischer Steuern an Boko Haram gezahlt haben, um Zugang zu abgelegenen, fischreichen Fanggebieten zu erhalten.

Luftschläge Reaktion auf Boko-Haram-Angriffe

Seit Freitag fliegt das tschadische Militär Luftangriffe auf Inseln auf der nigerianischen Seite des Sees. Die Operation ist eine Reaktion auf zwei Angriffe von Boko Haram auf tschadische Militärstellungen in der Nähe des Tschadsees in den vergangenen Tagen, bei denen mindestens 24 tschadische Soldaten und zwei Generäle getötet wurden.

Der Tschadsee ist ein riesiges Gebiet aus Wasser und Sümpfen zwischen Nigeria, Kamerun, Niger und dem Tschad. Die Region hat sich seit 2009 zu einer Hochburg von Islamisten entwickelt, in die sich sowohl Mitglieder von Boko Haram als auch Kämpfer des Islamischen Staates in Westafrika (ISWAP) zurückgezogen haben.