Frankfurt a.M. (epd). Künstliche Intelligenz (KI) wird im kirchlichen Raum einer Studie zufolge zunehmend stärker genutzt. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Kirchenmitglieder wie -mitarbeitenden nutzten generative KI-Anwendungen wie etwa ChatGPT, heißt es in der am Montag vorgestellten Neuauflage der Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ der „Versicherer im Raum der Kirchen“ (VRK). Die Nutzung erfolge dabei zumeist für Recherchen und Texterstellung (60 bzw. 52 Prozent), aber auch „um Rat fragen“ habe bei jeder dritten Person (29 Prozent) eine Bedeutung.
Die befragten Kirchenmitglieder haben laut Studie sehr deutlich verbindliche ethische Leitlinien für den Einsatz von KI in kirchlichen Einrichtungen gefordert. Ebenso solle die Letztverantwortung bei sensiblen Entscheidungen beim Menschen bleiben, nicht bei KI-Systemen.
Social-Media-Plattformen holen auf
Wichtigstes digitales Angebot bleibe die Website der eigenen Gemeinde (56 Prozent), auch wenn Social Media-Plattformen im Vergleich zur vorherigen Befragung aufgeholt hätten. Rund ein Viertel folge christlichen Influencerinnen und Influencern. Eine klare Mehrheit (62 Prozent) wünsche sich Online-Gottesdienste weiterhin oder erneut. Eine erste Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ gab es 2023.
Die Vertiefungsstudie erarbeitete der VRK in Kooperation mit der Macromedia University zu Beginn dieses Jahres. Daran nahmen den Angaben zufolge insgesamt 7.178 Personen teil. Die meisten Befragten waren dieses Mal männlich (51,3 Prozent) und zwischen 60 und 69 Jahren alt (36,5 Prozent), eine Mehrheit von ihnen (58,2 Prozent) hatte ein abgeschlossenes (Fach-) Hochschulstudium. 97,7 Prozent seien Mitglieder einer christlichen Kirche in Deutschland, davon der Großteil (60,8 Prozent) evangelisch und 31,7 Prozent römisch-katholisch. Die Studie verfolge keine vollständige Repräsentativität, sondern wolle vor allem Trends und Zusammenhänge aufzeigen, hieß es.




