Frankfurt a.M., Teheran (epd). Wegen ihres kritischen Gesundheitszustands ist die zu langer Haft verurteilte iranische Frauenrechtlerin Narges Mohammadi in eine Klinik in Teheran verlegt worden. Wie ihre Stiftung mitteilte, erhielt die 54-Jährige eine vorübergehende Haftbefreiung und wurde am Sonntag von Sandschan im Nordwesten des Landes in das Pars-Krankenhaus in der iranischen Hauptstadt gebracht. Mohammadi, die insgesamt zu mehr als 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hat nach Angaben der Narges-Stiftung noch 18 Jahre Haft vor sich.
Mohammadi sei gegen eine hohe Kaution ein Aussetzen der Haftstrafe gewährt worden. In Teheran werde sie nun von ihrem eigenen Ärzteteam betreut. Es müsse aber sichergestellt werden, dass sie nicht zurück ins Gefängnis komme und dauerhaft die nötige medizinische Spezialbehandlung erhalte, betonte die Stiftung. Sie forderte die bedingungslose Freilassung der Nobelpreisträgerin und ein Fallenlassen aller Vorwürfe. „Keine Menschen- und Frauenrechtsaktivisten sollten je für ihre friedvolle Arbeit ins Gefängnis gesteckt werden“, erklärte sie.
„Freiheit ist eine Sache von Leben und Tod“
Narges Mohammadi setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten für die Frauenrechte im Iran ein, wofür ihr 2023 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Im Laufe der Zeit wurde sie mehr als ein Dutzend Mal festgenommen und in zahlreichen Prozessen zu über 30 Jahren Haft verurteilt.
In den vergangenen Jahren war mehrfach gemeldet worden, dass Mohammadi unter gravierenden Gesundheitsproblemen leidet. Ihr Leben sei in der Schwebe, erklärte Mohammadis Ehemann Taghi Rahmani am Wochenende. „Ihre Freiheit ist eine Sache von Leben und Tod.“ Mohammadis Anwalt Mostafa Nili erklärte in einer von Aktivisten auf der Plattform X verbreiteten Mitteilung, die 54-Jährige brauche gezielte medizinische Behandlung außerhalb des Gefängnisses „wegen vielfacher ernsthafter Gesundheitsprobleme“.




