Frankfurt a.M. (epd). Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält Karenztage im Krankheitsfall für denkbar. „Sie sind meines Erachtens eine kleine vertretbare Hürde, um das Blaumachen zu erschweren“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).
„Selbst in Schweden mit seinem starken Sozialsystem gibt es Karenztage. Diese Art von Mitverantwortung des Einzelnen ist aus meiner Sicht nichts neoliberal Kaltes, sondern vernünftig und zumutbar“, argumentierte der Präsident der Bundesärztekammer, der betonte, dass das seine persönliche Meinung sei.
„Das ist keine primär gesundheitspolitische Frage, sondern ein gesellschaftspolitisches Thema“, sagte Reinhardt. Auch Deutschland sollte seiner Meinung nach über Karenztage nachdenken, an denen zu Beginn einer Krankschreibung zunächst keine Lohnfortzahlung gilt.
Telefonische Krankschreibung soll bleiben
Der Arbeitgeber-Forderung, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, erteilte der Ärztepräsident indes eine Absage: „Wir sollten unnötige Arztbesuche vermeiden, um mehr Zeit für dringliche Fälle zu haben.“




