Andacht zur Amokfahrt in Leipzig: Trauer und Dank an Helfende

Andacht zur Amokfahrt in Leipzig: Trauer und Dank an Helfende
Leipzig sucht nach der tödlichen Amokfahrt vom Montag nach Worten und Halt. Bei einer ökumenischen Gedenkandacht betont der Oberbürgermeister den Zusammenhalt der Stadt.

Leipzig (epd). Mehrere Hundert Menschen haben am Dienstagabend in der Leipziger Nikolaikirche der Opfer und Verletzten der mutmaßlichen Amokfahrt vom Vortag gedacht. „Leipzig trauert, aber Leipzig steht zusammen“, sagte Oberbürgermeister Burkhart Jung (SPD). Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) besuchte die Kirche in der Innenstadt, unweit der Grimmaischen Straße.

Menschen, die unmittelbar vor Ort waren, als die Tat geschah, berichteten während der Andacht von ihren Erlebnissen. Ein Ehrenamtlicher des Kriseninterventionsteams beschrieb die Arbeit der ungefähr 30 Ehrenamtlichen: „Wir ordnen Emotionen ein, als normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis.“ Die Leiterin einer anliegenden Apotheke wünschte sich gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Leipzig trauert, aber Leipzig steht zusammen“

Jung sprach seinen „aufrichtigen Dank“ an alle Helfer aus. „Wir suchen Worte, wir suchen Erklärungen, aber ich glaube, die richtigen Worte gibt es nie“, sagte Jung, der die volle Nikolaikirche als Zeichen des Zusammenhalts wertete. Der evangelische sächsische Landesbischof Tobias Bilz betonte, dass ganz besonders in solchen Momenten das eigene Leben in Gottes Hand liege.

Vom Augustusplatz aus war der mutmaßliche Amokfahrer am Montagnachmittag mit einem Auto durch die belebte Fußgängerzone der Grimmaischen Straße gerast. Erst nach etwa 500 Metern kam er auf dem Marktplatz zum Stehen. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann wurden getötet. Im Bereich des Thomaskirchhofs konnte der Fahrer festgenommen werden.