RKI-Bericht: Viele pflegende Angehörige fühlen sich stark belastet

RKI-Bericht: Viele pflegende Angehörige fühlen sich stark belastet
Wer ein Familienmitglied pflegt, leidet laut einer Befragung des Robert Koch-Instituts oft unter Problemen wie Erschöpfung oder Schlafmangel. Das Institut empfiehlt, Unterstützungsangebote auszubauen.

Berlin (epd). Die Pflege von Verwandten oder Freunden bedeutet häufig eine hohe Belastung und gesundheitliche Probleme. In einer Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) sagte gut ein Drittel (34,2 Prozent) der pflegenden An- und Zugehörigen, sie fühlten sich durch die Pflegeaufgaben stark oder sehr stark belastet, wie das RKI am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Vergleich zu Menschen ohne Pflegeverantwortung berichteten sie demnach auch häufiger von Schlafproblemen, Erschöpfung, depressiven Symptomen oder generell von gesundheitlichen Einschränkungen.

Das RKI forderte eine „deutlich stärkere Entlastung pflegender An- und Zugehöriger“, gerade wenn diese bereits älter sind. Im schlimmsten Fall hätten die Pflegenden aufgrund ihrer Belastung „ein höheres Risiko, selbst später pflegebedürftig zu werden“. Bestehende Entlastungsangebote „wie Pflegeurlaub oder Selbsthilfegruppen“ könnten dazu beitragen, die Risiken zu verringern, urteilte das RKI. Solche Angebote „haben Potenzial und könnten ausgebaut werden“.

Frauen pflegen öfter als Männer

In der Befragung von etwa 27.000 Menschen im Jahr 2024 gaben laut dem Institut 10,4 Prozent an, in den vorangegangenen zwölf Monaten Pflegeaufgaben übernommen zu haben. Unter den Frauen war der Anteil mit 12,7 Prozent deutlich höher als bei den Männern mit 7,9 Prozent. Die Pflegenden waren im Durchschnitt 50,1 Jahre alt. Menschen mit niedrigeren oder mittleren Bildungsabschlüssen pflegten der Erhebung zufolge etwas häufiger als Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen.