RIAS Bayern: Antisemitismus tritt vermehrt online auf

RIAS Bayern: Antisemitismus tritt vermehrt online auf
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern meldet für 2025 einen Anstieg antisemitischer Vorfälle. Besonders online stiegen die Zahlen stark an.

München (epd). Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern hat 2025 einen Anstieg antisemitischer Vorfälle in dem Bundesland verzeichnet. Wurden 2024 noch 1.526 Vorfälle gemeldet, waren es im darauffolgenden Jahr 1.551, wie RIAS am Dienstag bei der Veröffentlichung des Jahresberichtes 2025 in München mitteilte.

Die bekannt gewordenen Vorfälle hätten sich zu 82,5 Prozent durch israelbezogenen Antisemitismus ausgezeichnet, hieß es weiter. Es wurden vermehrt Online-Bedrohungen mit teils expliziten und potenziell strafbaren Gewaltaufrufen dokumentiert.

Beschimpfungen, Bedrohungen und Gewaltaufrufe

RIAS Bayern dokumentierte einen Fall extremer Gewalt, 14 Angriffe, 22 gezielte Sachbeschädigungen, 78 Bedrohungen, 10 Massenzuschriften und 1.426 Fälle verletzenden Verhaltens, darunter 330 Versammlungen.

Die Zahl der Online-Vorfälle stieg von 385 auf 827. Insbesondere in diesem Bereich seien Beschimpfungen, Bedrohungen und Gewaltaufrufe bekannt geworden. Oft sei ganz unverblümt gegen „die Juden“ gehetzt worden, hieß es.

Vom bayerischen Sozialministerium gefördert

Während die Zahl der betroffenen jüdischen oder israelischen Institutionen von 192 auf 466 anstieg, sank die Zahl der Fälle von betroffenen jüdischen oder israelischen Einzelpersonen von 153 auf 84.

Die Zahl der Versammlungen, auf denen antisemitische Inhalte verbreitet wurden, sank von 563 auf 330. 19 Prozent aller Fälle waren den Angaben zufolge dem antiisraelischen Aktivismus zuzurechnen, im Vorjahr waren es knapp 36 Prozent.

RIAS Bayern existiert seit 2019, befindet sich in der Trägerschaft des Vereins für Aufklärung und Demokratie e.V. und wird vom bayerischen Sozialministerium gefördert.