Berlin, Washington (epd). Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) kritisiert einen Mangel an Gesundheitspersonal in Südamerika. Zudem seien die vorhandenen Fachkräfte geografisch sehr ungleich verteilt, teilte die PAHO mit Sitz in Washington am Mittwoch (Ortszeit) bei der Vorstellung eines Berichts mit. Während in Metropolen wie der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires oder La Paz in Bolivien ein vergleichsweise gutes Angebot bestehe, fehle es in ländlichen Regionen an medizinischem Personal und insbesondere spezialisierten Ärzten.
Ohne die Verfügbarkeit, die Verteilung und Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals zu verbessern, „wird die Region keine Fortschritte auf dem Weg zu gerechteren Gesundheitssystemen erzielen können“, sagte der Direktor der PAHO, Jarbas Barbosa, bei der Vorstellung des Berichts zum Arbeitsmarkt im Gesundheitssektor in Südamerika. Barbosa rief zu Investitionen in die Bildung sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzbindung auf.
Abwanderung verschärft Ärztemangel
Dem Bericht zufolge verschärfen sowohl Migration innerhalb der Länder als auch die Abwanderung ins Ausland die Ungleichheiten bei der Ärztedichte. So gibt es in Buenos Aires pro 10.000 Einwohnern rund 170 Ärzte, während ländliche Regionen wie Santiago del Estero im Norden Argentiniens gerade einmal 16,6 Ärzte aufweisen. In Deutschland kamen 2022 im bundesweiten Durchschnitt laut Statistischem Bundesamt 45 Ärzte auf 10.000 Menschen.
Trotz großer regionaler Unterschiede besitzen die südamerikanischen Staaten häufig öffentlich finanzierte Gesundheitssysteme. Aufgrund fehlender Jobperspektiven wandern Gesundheitsfachkräfte oft ins Ausland ab. Auch Deutschland ist ein als Zielland.





