Bonn (epd). Hitzewellen, Waldbrände, schmelzende Gletscher: Der Klimawandel hat laut dem Europäischen Klimazustandsbericht vergangenes Jahr deutliche Spuren in Europa hinterlassen. Mindestens 95 Prozent des Kontinents hätten vergangenes Jahr überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Report der Weltwetterorganisation (WMO) und des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW).
Der Bericht bestätige, dass sich Europa seit 1980 zweimal so schnell wie der globale Durchschnitt erwärmt habe, „was Europa zum sich schnellsten erwärmenden Kontinent der Welt macht“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.
Dürren befeuern Waldbrände
Hitzewellen träten häufiger auf und sie würden stärker, unterstrich Saulo. Insbesondere in Südeuropa hätten Dürren Waldbrände befeuert. „Gletscher in allen europäischen Regionen sind weiter geschmolzen.“
Die Klimafachleute verweisen unter anderem auf einen „anhaltenden Trend zur raschen Erwärmung der kältesten Regionen Europas - darunter die Arktis und die Alpen“. Alarmierend sind auch die zahlreichen Waldbrände in Europa. Insgesamt sei eine Rekordfläche von rund 1.034.000 Hektar abgebrannt, eine Fläche größer als Zypern, heißt es in dem Bericht.
Erwärmung in Europa um 2,5 Grad
In Europa liegt der Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit dem Report zufolge derzeit bei rund 2,5 Grad Celsius und damit deutlich über dem globalen Schnitt von 1,4 Grad. Der Bericht zum Zustand des Klimas in Europa ergänzt andere Analysen zum Klimajahr 2025, das als eines der drei weltweit wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen eingestuft wird.
Der Klimawandel wird maßgeblich durch den menschlichen Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 verursacht. Um das international vereinbarte Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu beschränken, müsste der Verbrauch der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas rasch sinken.




