Katholische Laien fordern Öffnung von Weiheämtern für Frauen

Katholische Laien fordern Öffnung von Weiheämtern für Frauen
In der katholischen Kirche können verheiratete Männer zum Dienst des Diakons geweiht werden, Frauen hingegen nicht. Zum "Tag der Diakonin" am 29. April fordern Katholikinnen den gleichberechtigten Zugang zu allen Ämtern in der Kirche.

München, Köln (epd). Katholische Laienorganisationen haben zum bundesweiten „Tag der Diakonin“ die Öffnung aller kirchlichen Dienste und Ämter für Frauen gefordert. „Frauen prägen die Kirche entscheidend mit“, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, laut Mitteilung am Montag. In der Ämterstruktur der katholischen Kirche bleibe dieses Engagement unsichtbar. „Das ist ein Unding - und war schon immer eines.“

Das Motto der zentralen Veranstaltung zum „Tag der Diakonin“ in der Münchner Abtei St. Bonifaz am Mittwoch lautet „Gott diskriminiert nicht“, wie das Netzwerk Diakonat der Frau mitteilte.

Der Reformprozess Synodaler Weg und die Weltsynode im Vatikan zeigten, dass Veränderung möglich sei, erklärte die ZdK-Präsidentin. „Warum nicht endlich auch bei der Gleichberechtigung der Geschlechter? Verrückt, dass das immer noch keine Selbstverständlichkeit ist“, sagte Stetter-Karp.

Frauen stehen Weiheämter nicht offen

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) können verheiratete Männer ab 35 Jahren in der katholischen Kirche zum Diakon geweiht werden. Frauen sind grundsätzlich von allen Weiheämtern ausgeschlossen. Dadurch verletze und verliere die Kirche „viele Menschen, die für die frohe Botschaft brennen“, heißt es in der Mitteilung.

Für die Öffnung des niederen Weiheamts für Frauen plädiert der „Tag der Diakonin“, der seit 1998 immer am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, stattfindet. Veranstalter sind das Netzwerk Diakonat der Frau, der Katholische Deutsche Frauenbund, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands und seit 2011 auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.