Cottbus (epd). Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) hat den Angriff Rechtsextremer auf einen Pfarrer in Cottbus ein „Alarmsignal“ genannt. „Wer Menschen angreift, weil sie für Menschlichkeit einstehen, bricht nicht nur das Gesetz, sondern auch den Geist unserer Gesellschaft“, sagte Schüle am Freitag in der Lausitzstadt. Im Cottbus hatte sie sich mit dem Pfarrer und Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und der Brandenburgischen Technischen Universität getroffen.
Der Pfarrer ist Sprecher der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass zwei Unbekannte in seinem Wohnhaus die Haustür eingetreten haben und über mehrere Stockwerke bis zu seiner Wohnung vorgedrungen sind. Sie sollen vor der Haustür randaliert haben. Zudem seien mehrere rechte Aufkleber auf dem Briefkasten des Pfarrers hinterlassen worden.
Hartnäckig gegen rechte Hetze
Schüle sagte, „hier wurde nicht nur eine Tür eingetreten, hier wird versucht, die Tür zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft zuzuschlagen.“ Sie danke dem Pfarrer und allen Aktiven aus der Zivilgesellschaft, die sich mit Haltung und Hartnäckigkeit gegen rechtsextreme Hetze, Ausgrenzung und Gewalt stellen.
Auch der Berliner Bischof Christian Stäblein hatte den Angriff am Freitag erneut verurteilt. Solche Vorfälle seien nicht tolerierbar, sagte Stäblein bei der Tagung der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin. Die Kirche lasse sich ihre Haltung und ihr Bekenntnis „nicht von rechtsextremen Kräften zerreden“ oder klein machen.




