Malabo, Rom (epd). Papst Leo XIV. hat seine Afrikareise beendet. Am Donnerstag bestieg er in Malabo in Äquatorialguinea das Flugzeug, das ihn bis zum Abend wieder nach Rom bringen sollte. In der letzten Predigt seiner Reise warnte der Papst im Stadion von Malabo vor einer geistigen Abschottung.
Mehr als 30.000 Menschen waren zu der Messe gekommen. Rund 75 Prozent der Bevölkerung Äquatorialguineas sind laut Angaben aus dem Vatikan katholischen Glaubens. In seiner Predigt berief sich Leo auf Worte seines Vorgängers, Papst Franziskus. Leo rief die Gläubigen auf, sich durch den Dienst an Gerechtigkeit und Solidarität gegen eine „individualistische Traurigkeit“ zu wenden.
Diese gehe aus einem „bequemen, begehrlichen Herzen“ hervor, „aus der krankhaften Suche nach oberflächlichen Vergnügungen, aus einer abgeschotteten Geisteshaltung“, sagte Leo in seiner Predigt. Auch am Dienstag hatte Leo XIV. seines Vorgängers gedacht, der am 21. April vergangenen Jahres gestorben war.
Begegnung mit Menschen am Rande der Gesellschaft
Franziskus habe der Kirche viel hinterlassen und geschenkt, sagte Leo auf dem Flug von Angola nach Äquatorialguinea. Er hob die Nähe des Argentiniers zu „den Ärmsten, den Geringsten, den Kranken, den Kindern und den Älteren“ hervor, die dieser wirklich gelebt habe.
Auch Papst Leo legte auf seiner Afrikareise, die ihn in vier unterschiedliche Länder führte, den Fokus auf die Begegnung mit Menschen, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden. So besuchte er in Angola ein Seniorenheim und in Äquatorialguinea eine Haftanstalt. Bei Treffen an Universitäten, unter anderem in Kamerun, standen mehrfach das Thema Bildung und die Zukunft der jungen Generation im Vordergrund.
Die erste Etappe der Reise in Algerien stand ganz im Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs. Bei einem historischen Besuch des Papstes in der großen Moschee von Algier betonte Leo die Bedeutung von gegenseitigem Respekt und Harmonie beim Aufbau einer friedlichen Welt.
Heimat des Heiligen Augustinus
Algerien, die Heimat des Heiligen Augustinus, hat für Leo auch persönlich eine große Bedeutung. Bereits als Jugendlicher ist er dem Augustinerorden beigetreten. Sein geistlicher Vater habe der Welt die Suche nach Wahrheit und die Bedeutung des Friedensstiftens lehren wollen, sagte der Papst in Algier.
Die ersten Tage der Reise des Papstes waren allerdings geprägt von den Berichten über verbale Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf Leo XIV. Er werde „weiterhin lautstark gegen den Krieg sprechen“, sagte der Papst dazu auf dem Flug von Rom nach Algier zu den mitreisenden Journalisten.
Bei einem Friedenstreffen in Bamenda in Kamerun formulierte Leo dann auch eine starke und eindringliche Aufforderung zum Frieden. „Die Welt wird von wenigen Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten!“, sagte er und kritisierte erneut den Missbrauch von Religion für politische Zwecke. Am Ende des Treffens in Bamenda ließ Leo XIV. sieben Friedenstauben frei.
Nächste Auslandsreise geht nach Spanien
Am Ende der Reise zeigte sich der Papst berührt von den Erfahrungen, die er auf dem afrikanischen Kontinent gemacht hat. „Ich verlasse Afrika und nehme einen unschätzbaren Schatz an Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe mit“, sagte der Papst in seinen Abschiedsworten im Stadion in Malabo.
Der Besuch auf dem afrikanischen Kontinent war die dritte Auslandsreise im Pontifikat von Leo XIV. Im November vergangenen Jahres hatte der Papst die Türkei und den Libanon bereist, Ende März hatte er eine eintägige Reise nach Monaco unternommen. Im Juni, vom 6. bis 12., will Leo für mehrere Tage nach Spanien reisen.





