"Das DU wird groß geschrieben"

"Das DU wird groß geschrieben"
Kampagnenstart zum Kirchentag 2027 in Düsseldorf
Im kommenden Frühjahr werden Tausende zum Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf erwartet. Seit Mittwoch steht das Motto des Christentreffens fest.

Düsseldorf (epd). Der Deutsche Evangelische Kirchentag stellt das „Du“ in den Mittelpunkt seiner Kampagne für das Christentreffen 2027 in Düsseldorf. Das Ereignis bringe Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden, sagte Kirchentagspräsident Torsten Zugehör zum Kampagnenstart am Mittwoch in Düsseldorf. Der Kirchentag in Düsseldorf ist der 40. Deutsche Evangelische Kirchentag und findet vom 5. bis 9. Mai 2027 statt. Er steht unter der Losung „Du bist kostbar“ (Jesaja 43,4).

„Düsseldorf soll DU-Dorf werden“, fügte der Präses der rheinischen Landeskirche, Thorsten Latzel, zum Kampagnenstart vor dem Fortuna-Büdchen am Rhein hinzu. Das sei ein Ort, an dem man schnell „Du“ zueinander sage. Dieses „Du“ als Ausdruck des Verständnisses für Andersdenkende, Menschen anderer Herkunft und denen, die der Kirche fern stehen, solle das Christentreffen im kommenden Frühjahr in Düsseldorf prägen. Die Würdigung aller Menschen mit dem Satz „Du bist kostbar“ sei ein „Gegenakzent“zu einer Zeit, in der andere oft missverstanden und herabgewürdigt würden. Um die Würde der anderen neu zu sehen, brauche es echte Gespräche, Begegnung, Offenheit.

Frieden im Zentrum politischer Debatten

Im Mittelpunkt der politischen Debatten soll das Thema Frieden stehen, sagte die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Christin Jahn. Das Fortuna-Büdchen am Düsseldorfer Rheinufer, das die Organisatoren zum Auftakt der Werbekampagne wählten, sei ein beliebter Treffpunkt, vor allem von Fans des Fußballclubs Fortuna Düsseldorf. Dass es ein kirchenferner Ort ist, störe die Kirchentags-Organisatoren nicht: „Im Gegenteil, wir möchten gerade die erreichen, die keinen Kontakt zur Kirche haben.“ Die Kampagne werde die Losung „Du bist kostbar“in Düsseldorf, online und an vielen weiteren Orten sichtbar machen und lade dazu ein, den Kirchentag als Ort der Begegnung, des Dialogs und der Gemeinschaft zu erleben.

„Du bist kostspielig“ plakatierten dagegen Kritikerinnen und Kritiker des in ihren Augen zu teuren Treffens. „Wir sind gar nicht gegen den Kirchentag, aber dagegen, dass die Stadt dem Treffen laut eigenem Ratsbeschluss einen Zuschuss von 5,8 Millionen Euro gewährt“, sagte die Initiatorin der Gegenbewegung, Ricarda Hinz, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Rande der Kampagneneröffnung. Hinz hatte im Jahr 2023 als Vorsitzende des „Düsseldorfer Aufklärungsdienstes“ ein Bürgerbegehren gegen die öffentliche Finanzierung des evangelischen Kirchentages angestrengt.

Kirchentagsbüro nimmt Arbeit in Düsseldorf auf

Das Kirchentagsbüro richtet nun seine regionale Geschäftsstelle im rheinischen Landeskirchenamt in Düsseldorf ein. Sie dient als zentrale Anlaufstelle für Planung, Koordination und Kommunikation des Treffens, zu dem rund 100.000 Menschen erwartet werden, hieß es. Das Präsidialbüro arbeitet dort mit einem Team der Landeskirche und des Kirchenkreises Düsseldorf zusammen.

Inhaltlich wird das Programm den Angaben zufolge einen Schwerpunkt auf nationale und globale Sicherheitspolitik sowie internationale Beziehungen legen. Alle zwei Jahre bringt der Kirchentag als Dialog- und Kulturevent Tausende in einer anderen deutschen Großstadt zusammen. Der Deutsche Evangelische Kirchentag wurde 1949 als christliche Laienbewegung gegründet.