Köln, Konstanz (epd). Der Konstanzer Gesundheitsökonom Friedrich Breyer begrüßt den Plan von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Ausgaben im Gesundheitswesen an die Einnahmen zu koppeln. Eine einnahmeorientierte Ausgabenpolitik sei „ein vernünftiger Gedanke“, sagte der Mitbegründer der „Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie“ am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Leistungserbringer müssen nach seiner Einschätzung „halt sehen, dass sie ihre Kosten runterbringen“.
Breyer erläuterte, der Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung, „der lange Jahre immer knapp unter 40 Prozent war, ist ganz plötzlich in wenigen Jahren auf 43 Prozent explodiert, wobei wir die Spitze der Alterung noch vor uns haben“. Bislang seien vor allem die Kranken- und Pflegeversicherung teurer geworden, doch die Rentenversicherung „kommt erst noch“. Einen Beitragssatz von 50 Prozent könne sich das Land nicht leisten, „weil das ein extremes Risiko für die Arbeitsplätze in Deutschland ist“.
Splittingmodell im Gesundheitswesen
Der Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Konstanz schlug in dem Interview ein Splittingmodell für den Krankenkassenbeitrag vor: Sinnvoller wäre es nach seiner Darstellung, wie in der Einkommenssteuer ein Ehepaar als Haushalt zu betrachten und das Gesamteinkommen heranzuziehen, sowie darauf die doppelte Beitragsbemessungsgrenze anzuwenden. „Das würde wesentlich mehr Einnahmen bringen und es wäre ordnungspolitisch sauber, denn es gäbe dann weiterhin die beitragsfreie Mitversicherung von jemandem, der kein Arbeitseinkommen hat“, argumentierte Breyer. Den zurzeit von Warken geplanten Zusatzbeitrag von 3,5 Prozent für den gar nicht oder geringer verdienenden Ehepartner kritisierte er hingegen als willkürlich.





