Rom, Luanda (epd). In der Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg bemüht sich Papst Leo XIV. um Glättung der Wogen. Auf seiner Afrikareise erklärte Leo am Samstag auf dem Flug nach Angola, es sei nicht seine Absicht, die Debatte weiter anzufachen. Zuvor hatte er in Kamerun erneut den Missbrauch der Religion für politische Zwecke und eine zerstörerische Macht von „Tyrannen“ kritisiert.
Diese Rede sei vor zwei Wochen vorbereitet worden, „also lange bevor der Präsident sich überhaupt zu meiner Person und zu der Friedensbotschaft, für die ich eintrete, geäußert hatte“, sagte der Papst. Trump hatte Leo für dessen Friedensbotschaften über die sozialen Medien verbal attackiert. Seine Rede in Bamenda in Kamerun sei so aufgefasst worden, „als würde ich erneut versuchen, mit dem Präsidenten zu debattieren, was überhaupt nicht in meinem Interesse liegt“, stellte der Papst nun klar.
Ausbeutung als Entwicklungshemmnis
In Angola prangerte Leo eine Ausbeutung Afrikas an. „Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen bringt diese ausbeuterische Logik mit sich!“, erklärte er am Samstagabend bei einer Begegnung mit Vertretern von Behörden, Zivilgesellschaft und Diplomaten in Luanda. Der Papst sprach von einem weit verbreiteten „Entwicklungsmodell, das diskriminiert und ausgrenzt, aber dennoch vorgibt, sich als einzig mögliche Lösung durchzusetzen.“
Er sei in Angola, um denen zuzuhören und Mut zu machen, „die sich bereits für das Gute, die Gerechtigkeit, den Frieden, die Toleranz und die Versöhnung entschieden haben“, sagte der Papst. Gleichzeitig erbitte er „die Umkehr derer, die entgegengesetzte Wege einschlagen und seine harmonische und brüderliche Entwicklung behindern.“ Nach seinem Besuch in Angola wird Papst Leo am Dienstag nach Äquatorialguinea weiterreisen. Am Donnerstag (23. April) wird er am Abend wieder in Rom erwartet. Die elftägige Afrikareise ist die bisher längste im fast einjährigen Pontifikat von Papst Leo.



