Berlin (epd). Die Bundesregierung und die Landesregierungen müssen aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerks entschlossener gegen Kinderarmut vorgehen. Die Organisation verwies am Freitag in Berlin auf den anhaltend hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen unter Beziehern der Grundsicherung. Nach aktuellen Berechnungen des Kinderhilfswerks betrage dieser 32,5 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 seien von rund 5,59 Millionen Menschen in Bedarfsgemeinschaften etwa 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche gewesen.
„Wir brauchen eine ambitionierte Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und endlich eine Kindergrundsicherung, die ihren Namen auch wirklich verdient“, betonte Anne Lütkes, Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerks. Eine solche Strategie müsse als nationale Aufgabe verstanden werden.
Hohe Armutsrisikoquote
Auch die Zahlen des kürzlich von der Bundesregierung vorgelegten Armuts- und Reichtumsberichts, wonach die Armutsrisikoquote für Kinder und Jugendliche über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt, zeigten den dringenden Handlungsbedarf auf, erklärte Lütkes. Bund, Länder und Kommunen müssten dabei an einem Strang ziehen und zusätzliche Finanzspielräume schaffen.



