Zahl der politisch motivierten Straftaten in NRW erneut gestiegen

Zahl der politisch motivierten Straftaten in NRW erneut gestiegen
Die Bedrohung der Gesellschaft durch Extremismus bleibt laut nordrhein-westfälischem Innenministerium hoch. Der NRW-Verfassungsschutzbericht warnt vor einer wachsenden Radikalisierung.

Düsseldorf (epd). Die Zahl der politisch motivierten Straftaten hat in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Gegenüber 2024 stieg sie um 27 Prozent auf 13.645, wie aus dem am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellten NRW-Verfassungsschutzbericht 2025 hervorgeht. Von diesen Delikten waren 508 Gewalttaten, das waren knapp 90 mehr als im Jahr zuvor.

„Wir zählen in NRW so viele Verfassungsfeinde wie nie zuvor“, warnte Innenminister Herbert Reul (CDU). Immer mehr Menschen verabschiedeten sich von den gemeinsamen Regeln und liefen „menschenfeindlichen Ideologien“ hinterher. Verschärft werde diese Entwicklung auch durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Vor allem sogenannte Deepfakes - KI-generierte Bilder, Videos oder Audiodateien - könnten die demokratische Meinungsbildung beeinflussen und das Vertrauen in Staat und Medien untergraben.

Rechtsextremismus weiterhin größte Bedrohung

Die größte Bedrohung geht dem Bericht zufolge weiter vom Rechtsextremismus aus. Hier registrierten die Verfassungsschützer 2025 insgesamt 6.268 Straftaten. Das ist ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Bericht schätzt die Zahl der Rechtsextremisten landesweit auf rund 5.000, von denen etwa 1.800 gewaltbereit seien. Den stärksten Zuwachs gab es unterdessen bei Delikten mit linksextremistischem Hintergrund, die sich auf 2.418 gegenüber 2024 mehr als verdoppelten.

Die Zahl der antisemitischen Straftaten erreichte 2025 mit 786 registrierten Fällen einen neuen Höchststand. Auch der Islamismus bleibt dem Bericht zufolge eine „erhebliche Gefahr“ für die Gesellschaft. „NRW bleibt im Fokus dschihadistischer Akteure“, warnte Reul. Das Innenministerium geht von 4.100 Islamisten in NRW aus, die zunehmend auch Kinder und Jugendliche rekrutierten.