Sudan-Gipfel mobilisiert Hilfszusagen in Milliardenhöhe

Sudan-Gipfel mobilisiert Hilfszusagen in Milliardenhöhe
Bei der Sudan-Konferenz kommen mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar an Hilfsversprechen zusammen. Außenminister Wadephul spricht von einem wichtigen Signal, doch die Mittel reichen nicht.
15.04.2026
epd
Von Maximilian Arnhold (epd)

Berlin (epd). Bei der internationalen Geberkonferenz zum Krieg im Sudan sind am Mittwoch Hilfszusagen in Höhe von mehr als 1,5 Milliarden Euro zusammengekommen. Das verkündete Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zum Abschluss des Treffens in Berlin. Er sprach von einem „wichtigen Signal“ für den Sudan und seine Nachbarländer. Die internationale Gemeinschaft müsse nun den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen, um zu einer Waffenruhe zu kommen.

Deutschland gibt 232 Millionen Euro

Angesichts der „apokalyptischen Lage“ im Sudan kündigte Wadephul an, die deutsche humanitäre Hilfe für das Land um insgesamt 232 Millionen Euro aufzustocken. Davon entfallen 212 Millionen Euro auf das Auswärtige Amt und 20 Millionen Euro auf das Entwicklungsministerium.

Wadephul zeigte sich zufrieden, dass insgesamt „50 Prozent mehr“ Mittel als gedacht zugesagt wurden. Bei der Konferenz im Vorjahr in London war es rund eine Milliarde US-Dollar. Diesen Wert hatte Wadephul als Ziel ausgegeben. Großbritannien sagte in Berlin Hilfen in Höhe von umgerechnet rund 168 Millionen Euro zu.

Hilfsbedarf ist nicht gedeckt

Tatsächlich liegt der Hilfsbedarf aber noch deutlich höher. Laut UN braucht es 2,9 Milliarden US-Dollar, um ausreichend humanitäre Hilfe für Millionen Menschen zu leisten. Die Ausgaben für Nothilfe sind laut der OECD insgesamt um mehr als ein Drittel gesunken. Der von den UN vor der Konferenz ausgegebene Bedarfsplan für den Sudan war erst zu 17 Prozent finanziert. Programme zum Schutz von Betroffenen sexualisierter Gewalt sind nach Angaben der Hilfsorganisation IRC nur zu rund 14 Prozent gedeckt.

Sudan als „Laboratorium für Gräueltaten“

Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher zeichnete ein düsteres Bild. Der Sudan sei ein „Laboratorium für Gräueltaten“. Belagerungen, Hunger als Waffe, sexualisierte Gewalt sowie Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser seien weit verbreitet. In drei Jahren Krieg seien zudem 130 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet worden. Die Krise verschärfe sich weiter. Rund 34 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf Hilfe angewiesen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Zehn Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen.

Wadephul sprach von „drei Jahren Menschenrechtsverbrechen, die die Vorstellungskraft sprengen“. Er erinnerte daran, dass Hunderttausende Menschen getötet, mehr als 13 Millionen vertrieben wurden. Über 20 Millionen Menschen leiden akut Hunger. Der Minister forderte ein rasches Ende der Kämpfe, humanitären Zugang und eine Waffenruhe. Staaten mit Einfluss auf die Kriegsparteien in den Nachbarländern müssten diesen stärker nutzen.

Erste Treffen der Zivilgesellschaft

Auf der Konferenz trafen sich auch Vertreterinnen und Vertreter der sudanesischen Zivilgesellschaft, viele erstmals. Wadephul sprach von einem Schritt hin zu einer demokratisch legitimierten Zukunft des Landes. Insgesamt nahmen 54 Staaten und 61 Delegationen teil.