Sudan-Gipfel: Appelle für Waffenruhe und mehr Hilfe

Sudan-Gipfel: Appelle für Waffenruhe und mehr Hilfe
Zum Beginn der Sudan-Konferenz in Berlin fordern internationale Vertreter und die UN eine humanitäre Feuerpause in dem Kriegsland.
15.04.2026
epd
Von Maximilian Arnhold (epd)

Berlin (epd). Zum Auftakt der internationalen Konferenz zum Sudan am Mittwoch in Berlin haben internationale Vertreter zu einer raschen humanitären Waffenruhe in dem Kriegsland im Nordosten Afrikas aufgerufen. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk verlangte ein „deutliches Signal der internationalen Gemeinschaft“ für den Sudan: Es brauche mehr Aufmerksamkeit und finanzielle Zusagen für die humanitäre Hilfe.

Ein humanitärer Waffenstillstand sei dringend notwendig, sagte Türk. Staaten, die Einfluss auf die Konfliktparteien haben und in Berlin mit am Tisch sitzen, müssten diesen nutzen. Zudem sprach sich Türk für ein umfassendes Waffenembargo im gesamten Land aus. Nach UN-Angaben wurden von Januar bis März bereits fast 700 zivile Todesopfer durch Drohnenangriffe dokumentiert.

Humanitäre Feuerpause gefordert

Auch der UN-Sondergesandte für den Sudan, Pekka Haavisto, sprach sich für eine humanitäre Feuerpause aus. Nur so könne die notleidende Bevölkerung ausreichend versorgt werden. Der US-Chefberater für Afrika, Massad Boulos, betonte, eine Waffenruhe sei Voraussetzung für eine dauerhafte politische Lösung. Die USA stehen im Mittelpunkt mehrerer Friedensinitiativen für den Sudan, die bisher ohne Ergebnis geblieben sind.

Mehrere europäische Außenminister, darunter aus Norwegen, appellierten an Sudans Nachbarstaaten wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, ihre Unterstützung für die Kriegsparteien einzustellen.

Deutschland will hohen Beitrag leisten

Am Vormittag kamen Finanzierungszusagen von etwa 230 Millionen Euro zusammen, unter anderem aus Großbritannien. Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (CDU) wird ein Gesamtvolumen von etwa einer Milliarde US-Dollar (rund 850 Millionen Euro) angestrebt, ähnlich wie bei der Geberkonferenz im vergangenen Jahr in London.

Wie viel die Bundesregierung insgesamt zur Verfügung stellt, soll erst am Ende der Konferenz am Mittwoch bekanntgegeben werden. Laut einer Sprecherin des Auswärtigen Amts werde der deutsche Beitrag „um ein Vielfaches höher sein“ als die vom Entwicklungsministerium bereits verkündeten zusätzlichen Mittel von 20 Millionen Euro für 2026. Der „Löwenanteil“ des deutschen Beitrags werde aus dem Auswärtigen Amt kommen, wo die Zuständigkeit für humanitäre Hilfe liegt, sagte die Sprecherin.

Drei Jahre Krieg im Sudan

Im Sudan kämpfen seit dem 15. April 2023 General Abdel Fattah al-Burhan und sein Rivale Mohamed Hamdan Daglo (genannt „Hemeti“) um die Macht. Dabei stehen sich das reguläre Militär und die paramilitärischen „Rapid Support Forces“ gegenüber.

Die Lage im Sudan gilt als die größte humanitäre Katastrophe weltweit. Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden vertrieben, rund 4,5 Millionen flohen in Nachbarländer. Über 33 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Das entspricht mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes.