Berlin (epd). Zum Auftakt der internationalen Konferenz zum Krieg im Sudan am Mittwoch in Berlin haben Großbritannien, Norwegen und Deutschland zusätzliche Hilfen zugesagt und mehr Druck auf die Kriegsparteien in dem nordostafrikanischen Land gefordert.
Die britische Außenministerin Yvette Cooper sagte zusätzliche 146 Millionen Pfund (rund 168 Millionen Euro) für das Jahr 2026 zu und betonte, die Konferenz müsse eine Waffenruhe voranbringen. Norwegens Außenminister Espen Barth Eide kündigte 42 Millionen Euro Hilfsgelder an und rief weitere Staaten zu „signifikanten Beiträgen“ auf.
20 Millionen aus Deutschland
Das Bundesentwicklungsministerium stellt zusätzliche 20 Millionen Euro für 2026 in Aussicht. Bereits bis Ende 2025 seien 155,4 Millionen Euro für Projekte im Sudan und in Nachbarländern bereitgestellt worden, teilte das Ministerium mit.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) mahnte, die Menschen im Sudan dürften nicht vergessen werden. Drei Jahre Krieg hätten „unfassbares Leid“ gebracht, Frauen und Kinder seien besonders betroffen. Zugleich zeigten Frauen große Stärke, indem sie trotz der Abwesenheit vieler Männer Familien versorgten und Einkommen sicherten.
Humanitäre Lage dramatisch
Drei Jahre nach Kriegsbeginn gilt die Lage im Sudan als größte humanitäre Katastrophe weltweit. Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden vertrieben, rund 4,5 Millionen flohen in Nachbarländer. Mehr als 33 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Zudem droht laut Vereinten Nationen mehr als zwölf Millionen Frauen und Mädchen sexualisierte Gewalt.
Der UN-Sondergesandte für Sudan, Pekka Haavisto, bezeichnete die Konferenz als „wichtigen Moment“, um auf die Hauptakteure des Krieges einzuwirken. Diese erhielten weiterhin Waffen und Drohnen von außen.
Konferenz soll Waffenruhe voranbringen
Zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns am 15. April 2023 richtet die Bundesregierung gemeinsam mit internationalen Partnern das Treffen aus. Ziel ist es, die Bemühungen um eine Waffenruhe zu fördern und zusätzliche Unterstützung für die betroffene Bevölkerung zu mobilisieren.




