Demonstrationen für den Ausbau erneuerbarer Energien

Demonstrationen für den Ausbau erneuerbarer Energien
Für Samstag sind in den vier größten deutschen Städten Demonstrationen für den Erhalt und Ausbau von erneuerbaren Energien geplant. Ein Bündnis warnt vor einem Ausbremsen des Ausbaus "für die Profite der Öl- und Gaswirtschaft".

Berlin (epd). Angesichts der Energiekrise fordern Klimaschützer und Wissenschaftler einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. Bei der angespannten Lage auf dem Energiemarkt infolge des Irankriegs handle es sich um eine „fossile Krise“, sagte die Klimaaktivistin Luisa Neubauer am Mittwoch in Berlin. Ein Bündnis um die Organisationen Campact, Fridays for Future, Greenpeace, Deutsche Umwelthilfe und WWF will deshalb am Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen“ demonstrieren.

Die Demonstration in Berlin soll vor dem Ministerium von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) starten. Reiche wolle den Ausbau der erneuerbaren Energien „für die Profite der Öl- und Gaswirtschaft“ ausbremsen, kritisieren die Organisationen. Sie fordern von der Bundesregierung, die Pläne für ein Netzpaket und ein neues Erneuerbaren-Energien- und Gebäude-Modernisierungs-Gesetz „vom Tisch zu nehmen“.

Lesch sieht „irrsinnige Chance“

Der Astrophysiker Harald Lesch sagte, er sei „geschockt darüber, dass wir für den gesunden Menschenverstand demonstrieren müssen“. Verbrennungstechnologien seien „wesentlich ineffizienter als alles, was mit elektrischer Energie läuft“. Würden erneuerbare Energien jetzt nicht ausgebaut, verpasse Deutschland eine „irrsinnige Chance“, warnte Lesch.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, mahnte, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammenzudenken: „Die fossile Kostenfalle zeigt sich mehr denn je.“ Bentele forderte, die Idee der ehemaligen Ampelregierung nach einem sozial gestaffelten Klimageld wieder aufzugreifen.