Prien erklärt Bildung zur "Schicksalsfrage"

Prien erklärt Bildung zur "Schicksalsfrage"
Die Bildungsministerin skizziert auf dem Jahresempfang der Diakonie ihre Vorstellungen in den Bereichen Bildung und Sozialstaat. Für den Diakoniepräsidenten stellt das Ausmaß der Kinder- und Jugendarmut einen "Skandal" dar.

Berlin (epd). Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat auf dem jährlichen Wichern-Empfang der Diakonie Deutschland das Thema Bildung als „Schicksalsfrage in Deutschland“ bezeichnet. Innerhalb der nächsten zehn Jahre solle der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreichen, deutlich reduziert werden, sagte Prien am Dienstagabend in Berlin. Zudem sollten weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen.

Dafür will Prien auf bundesweite Erhebungen des Sprachstands und des Entwicklungsstands für Vierjährige setzen. Kitas als „Weichen für die Zukunft der Kinder“ bräuchten bundesweite Qualitätsstandards. 2027 soll ein Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz in Kraft treten, erklärte die CDU-Politikerin.

Reform des Sozialstaats

Prien forderte zudem eine Reform des Sozialstaats. „Er soll moderner und gerechter werden. Damit wir die Funktionsfähigkeit unseres Landes erhalten“, sagte die Ministerin. Sie würdigte in dem Rahmen die Arbeit der Diakonie. Diese stelle „eine unverzichtbare Säule“ des gesamten Sozialstaats dar.

Der Präsident der Diakonie, Rüdiger Schuch, betonte die gemeinsamen Handlungsfelder von Politik und Diakonie. „Politische Lösungen braucht es zum Beispiel für die wachsende Zahl von Menschen in Armut.“ Das Ausmaß von Kinder- und Jugendarmut in Deutschland nannte Schuch einen „Skandal“. Er bemängelte, dass es seit Jahrzehnten an Bildungsgerechtigkeit fehle.

Der Wichern-Empfang beschäftigt sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Namensgeber ist der Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881), der als Begründer der modernen Diakonie gilt.