Leichter Rückgang bei rechts motivierten Gewalttaten in Sachsen

Leichter Rückgang bei rechts motivierten Gewalttaten in Sachsen
In Sachsen sind 2025 Dutzende Male Menschen aus rassistischen Gründen angegriffen worden. Die Beratungsstellen verzeichnen mehr Gewaltopfer als im Vorjahr.

Dresden (epd). Die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Angriffe in Sachsen ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Die Opferberatungsstellen der RAA Sachsen erfassten nach eigenen Angaben 292 Gewalttaten, 2024 waren es 328. Wie RAA-Fachreferentin Magdalene Schlenker am Dienstag in Dresden bei der Vorstellung der Statistik sagte, gibt es zwar etwas weniger Taten, dafür aber mehr direkt Betroffene.

Registriert wurden demnach im vergangenen Jahr 456 Opfer und damit zehn betroffene Menschen mehr als 2024. Im Langzeitvergleich blieben die Gewalttaten der vergangenen 15 Jahre in Sachsen auf hohem Niveau. Grund dafür seien gewaltbereite neonazistische Gruppierungen, die vielerorts im Stadtbild präsent seien und auch sehr junge Personen an sich binden würden.

Körperverletzungen, Nötigungen, Bedrohungen

Schwerpunktregionen seien die Großstädte Chemnitz, Dresden und Leipzig sowie die Landkreise Bautzen, Meißen und Görlitz. Bei den Angriffen handelte es sich laut RAA Sachsen vor allem um Körperverletzungsdelikte (155 Fälle) und um Nötigungen oder Bedrohungen (119 Fälle). Häufigstes Tatmotiv sei Rassismus (143 Fälle). Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner seien 53 Mal registriert worden.

Die Fachberatungsstelle Support für Betroffene rechter Gewalt der RAA Sachsen unterstützt seit 2005 Opfer rechtsmotivierter, rassistischer und antisemitischer Gewalt bei der Bewältigung der Tatfolgen und dokumentiert darüber hinaus diese Angriffe.