Köln (epd). Die Blockade der Straße von Hormus könnte nach Einschätzung der Welthungerhilfe Auswirkungen auf die globale Ernährungslage haben. Das Risiko, dass Millionen Menschen wegen des Krieges von USA und Israel gegen den Iran und dessen Verbündete verarmten, sei sehr hoch, sagte die Referentin Welthunger-Index der Hilfsorganisation, Miriam Wiemers, am Dienstag im Deutschlandfunk. Sie befürchtet „eine Zuspitzung der ohnehin sehr fragilen Ernährungssituation bis hin zu regionalen Hungerkrisen“.
Krieg gelte als einer der größten Hungertreiber, sagte Wiemers. Auch global seien Auswirkungen zu spüren. Die Blockade des Seewegs hat nach ihren Worten „in den vergangenen Wochen eine fatale Kettenreaktion angestoßen“. Aus der Golfregion stamme etwa ein Drittel der weltweiten Düngemittel-Exporte. Durch die Blockade seien die Düngerpreise bereits gestiegen.
Expertin befürchtet steigende Lebensmittel-Preise
„Weniger Dünger heute bedeutet geringere Ernten morgen“, sagte Wiemers. Zu befürchten seien steigende Lebensmittel-Preise und Ernteausfälle. Die Golfregion sei außerdem ein wichtiger Logistik-Standort für humanitäre Hilfe. Als Konsequenz könne die Welthungerhilfe „beispielsweise auch im Sudan mit ohnehin gekürzten finanziellen Mitteln nun noch weniger Menschen erreichen“.



